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Lawrow: Iran bereit zu neuen Atom-Gesprächen – "Moskowskije Nowosti"

Thema: Atomstreit mit Iran

Iran bereit zu neuen Atom-Gesprächen
13:39 19/01/2012
MOSKAU, 19. Januar (RIA Novosti)

Teheran ist zur Wiederaufnahme der Sechser-Verhandlungen über sein Atomprogramm bereit, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Donnerstag.

Das teilte der russische Außenminister Sergej Lawrow gestern mit und kündigte einen Moskau-Besuch des Vizechefs des iranischen Sicherheitsrats an. „Dieses Thema wird auch auf der Tagesordnung stehen. Wir haben Informationen, dass die Iraner zur Fortsetzung der Sechser-Verhandlungen bereit sind“, betonte er.

Der russische Chefdiplomat warnte, dass ein Ölembargo und der von den USA und Israels erwogene Militäreinsatz den Dialog mit Teheran erschwert.

Am 21. Januar wird die EU über einen Verzicht auf Öllieferungen aus dem Iran beraten. Laut der "Financial Times" könnten die Sanktionen bereits am 1. Juli verhängt werden. Bis dahin hätten Länder wie Griechenland, Spanien und Italien, die zusammen 70 Prozent der iranischen Öllieferungen nach Europa beziehen, genügend Zeit, um neue Versorger zu finden.

„Die russische Diplomatie warnt, dass der Iran seine Türen endgültig vor der Weltgemeinschaft schließen und jegliche Kontakte einstellen könnte“, sagte Georgi Mirski vom Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen. „Im Westen erwartet man, dass die iranischen Behörden den Druck nicht ertragen und sich endlich entscheiden, ihr Atomprogramm einzustellen, weil dieses Spiel ihnen zu teuer kommen stehen würde“

Die Eskalation habe ihre entscheidende Phase erreicht, findet der Iran-Experte vom Institut für Nahost-Forschung, Wladimir Saschin. „Bis zum Sommer, wenn das europäische Ölembargo eventuell in Kraft tritt, muss sich Teheran über seine Antwort der Weltgemeinschaft entscheiden.“ Die Spannung um die Straße von Hormus samt den UN-Wirtschaftssanktionen und der Embargogefahr schaffen nach seiner Auffassung Voraussetzungen dafür, dass die Iraner der Besprechung ihres Atomprogramms endlich zustimmen.

Die Sechser-Verhandlungen unter Beteiligung des Irans, Russlands, Chinas, Frankreichs, der USA, Großbritanniens und Deutschlands sind von der IAEA eingestellt worden, nachdem Teheran den Bau einer neuen Urananreicherungsanlage begonnen hatte. Der vorerst letzte Versuch zur Wiederaufnahme der Vermittlungsgespräche wurde im Januar 2010 unternommen.

Erst vor einer Woche wurde diese Anreicherungsanlage in Qom in Betrieb genommen. Dennoch sei die endgültige Entscheidung über den Bau einer Atombombe noch nicht getroffen worden, geht aus einem Bericht hervor, der vor kurzem in Israel veröffentlicht wurde.

In Washington hofft man, dass die Israelis keine einseitigen Gewaltmaßnahmen gegenüber dem Iran ergreifen werden. „Die innenpolitische Situation in den USA spricht dafür, dass sich Israels Premier Benjamin Netanjahu für einen solchen Schritt vor der US-Präsidentenwahl im November entscheidet“, so Experte Mirski weiter. „Dann müssten sich die USA einmischen, weil Obama viel Wert auf seine jüdischen Wähler legt. Nach der Wahl könnte der US-Präsident eine härtere Position einnehmen, und damit wäre jetzt die beste Zeit für einen Militärschlag.“

Der Experte warnte allerdings, dass ein Militärkonflikt nicht nur für alle potenziellen Teilnehmer ungünstig wäre, sondern auch nicht garantieren würde, dass Teheran auf sein Atomprogramm verzichtet. „Viele Objekte befinden sich in Bunkern oder im Gebirge, wie der neue Betrieb in Qom. Wenn man auf Irans Atomobjekte feuert, sie aber nicht völlig vernichtet, dann wird der Iran die Entwicklung der Atombombe beschleunigen, ohne zu bluffen“, warnte Mirski.

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