Politik
Schwedens Außenminister Bildt ein US-Informant? Wikileaks bereitet Enthüllung vor
Thema: WikiLeaks veröffentlicht Geheimdokumente des US-Außenamtes
STOCKHOLM, 22. Februar (RIA Novosti).
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Der schwedische Außenminister Carl Bildt, der von 1991 bis 1994 Ministerpräsident von Schweden war, soll einem Zeitungsbericht zufolge seit 1973 als US-Informant tätig gewesen sein.
„Es gibt ein Geheimdokument, dem zufolge Bildt mit der US-Administration auf eine Weise kooperiert hat, die den schwedischen Gesetzen widerspricht", schreibt die schwedische Zeitung „Expressen“ unter Berufung auf Angaben, die die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlich will, um eine mögliche Auslieferung ihres Gründers Julian Assange an die USA zu verhindern.
Wenn die Unterlagen veröffentlicht würden, würde Carl Bildt gehen müssen, so die Zeitung weiter. Dies wäre ein Ende von dessen politischer Karriere. Den Angaben zufolge war Karl Rove, Ex-Berater von US-Präsident George W. Bush, Bildts Kontaktmann in den USA. Das Blatt verweist darauf, dass Bildt aus seiner Bekanntschaft mit Rove kein Hehl mache und diesen als seinen ältesten Freund bezeichne, hieß es.
Nach Angaben von „Expressen“ plant Wikileaks eine ganze Reihe von Enthüllungen gegen die schwedische Regierung. Schwedens Außenministerium hält sich mit Kommentaren vorerst zurück.
WikiLeaks hatte 2010 mit der Veröffentlichung geheimer US-Berichte zum Afghanistan- und Irak-Krieg weltweit Schlagzeilen gemacht. Außerdem stellte die Plattform riesige Mengen an geheimen diplomatischen US-Depeschen ins Internet, die wenig schmeichelhafte und manchmal sogar grobe Kommentare über ausländische Spitzenpolitiker enthalten und für diplomatische Spannungen sorgten.
Im selben Jahr wurde gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange in Schweden ein Vergewaltigungsvorwurf erhoben. Er wurde in London festgenommen. Assange, der die Vorwürfe gegen ihn als politisch motiviert zurückweist, kämpft gegen seine Überstellung nach Schweden. Nach Angaben der Zeitung „Expressen“ könnte Assange, wenn er Schweden überstellt werden sollte, weiter an die USA ausgeliefert werden.

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