Politik
Auftritt auf dem Balkon: Assange fordert Ende der „Hexenjagd“ auf WikiLeaks
Thema: WikiLeaks-Gründer Julian Assange
LONDON, 19. August (RIA Novosti).
Julian Assange, der sich seit Juni in der ecuadorianischen Botschaft in London versteckt, ist am Sonntag erstmals seit Monaten öffentlich aufgetreten: Während eines rund zehn Minuten langen Auftritts forderte der Gründer der politischen Enthüllungsplattform WikiLeaks die USA auf, die Jagd auf ihn und seine Anhänger zu beenden.
Seine Ansprache hielt Assange (41) auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft ab, um eine drohende Festnahme durch die britische Polizei zu verhindern. „Ich bitte Präsident Obama, die richtige Wahl zu treffen“, sagte er. Die USA müssten die „Hexenjagd“ auf WikiLeaks beenden und die Rechte der Journalisten, die über „Verbrechen der Machthaber“ berichten, achten. Auch forderte Assange die USA auf, den mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning freizulassen.
WikiLeaks hatte 2010 mit der Veröffentlichung geheimer US-Berichte zum Afghanistan- und Irak-Krieg weltweit Schlagzeilen gemacht. Außerdem stellte die Plattform riesige Mengen an geheimen diplomatischen US-Depeschen ins Internet, die die Rolle der USA in verschiedenen internationalen Konflikten, darunter in Afghanistan und im Irak, enthüllen.
Im selben Jahr wurde gegen WikiLeaks-Gründer Assange in Schweden ein Vergewaltigungsvorwurf erhoben. Assange weist die Anschuldigungen als politisch motiviert zurück. Mitte Juni flüchtete der Australier in die ecuadorianische Botschaft in London und bat dort um Asyl, das ihm vergangene Woche gewährt wurde. Weil gegen ihn ein internationaler Haftbefehl besteht, kann der WikiLeaks-Gründer die Botschaft vorerst nicht verlassen.

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