Politik
„Kommersant“: Bürgerkrieg in Syrien bedroht Türkei
Thema: Unruhen in Syrien
MOSKAU, 30. August (RIA Novosti).
Türkei: Assad steckt hinter Eskalation im Kurden-Konflikt - „Kommersant“
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Der Bürgerkrieg in Syrien nimmt eine gefährliche Wende für das Nachbarland Türkei. Die Schwächung der zentralen Regierung in Damaskus hat dazu geführt, dass örtliche bewaffnete Formationen, darunter Anhänger der von Ankara verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK, auf regionaler Ebene die Macht ergreifen, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Donnerstag.
„Unter ihrer Kontrolle stehen jetzt einige Städte im Norden Syriens, was die türkischen Behörden in eine äußerst unangenehme Situation bringt: Die kurdischen Separatisten schaffen praktisch einen Aufmarschraum auf dem Territorium des Nachbarstaates. In Zukunft könnte dies Grund für eine Einmischung der Türkei in den Syrien-Konflikt liefern.“
„Die Kurden, die rund zehn Prozent der 22 Millionen Einwohner zählenden Bevölkerung Syriens ausmachen, ziehen es vor, bei der Konfrontation zwischen Baschar al-Assad und der Opposition abseits zu stehen. Sie versuchen, die Situation zu eigenen Gunsten auszunutzen, indem sie faktisch ihre Autonomie in den an die Türkei grenzenden Regionen hergestellt haben. Über einigen Städten weht nun die Fahne der Kurden, was vor dem Krieg unvorstellbar war“, stellt die Zeitung fest.
„Etwas Ähnliches hat sich in den 1980er- und den 1990er-Jahren abgespielt, in der Zeit von Hafez al-Assad“, führt das Blatt weiter aus. „Damals hatte die PKK auf dem Territorium Syriens faktisch ihren Stützpunkt, während ihr Chef Abdullah Öcalan in Damaskus lebte. Um diesen Praktiken ein Ende zu setzen, drohte Ankara 1998 Syrien mit einem Krieg und konzentrierte ihre Armee an der Grenze. Hafez al-Assad machte einen Rückzieher: Die Zusammenarbeit mit der Arbeiterpartei Kurdistans wurde gestoppt, Öcalan verließ Syrien, wurde bald darauf in Kenia festgenommen und in die Türkei gebracht.“
„Dies war aber eine andere Epoche, in der das Regime in Syrien das gesamte Territorium des Landes kontrollierte und wo es Sinn hatte, mit Damaskus über etwas zu verhandeln. Die heutige Situation ist anders: Die Kurdenregionen lassen sich weder von Baschar al-Assad, noch von seinen Gegnern aus dem oppositionellen Nationalrat kontrollieren (…) Ankara wird das Problem selbständig lösen müssen.“

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