Russland
"Wedomosti" zu politischen Folgen der Vernichtung Bassajews
Thema: Bassajew ist vernichtet
MOSKAU, 11. Juli (RIA Novosti). Nikolai Patruschew, Chef des Sicherheitsdienstes FSB, hat am Montag Präsident Wladimir Putin über die Vernichtung Schamil Bassajews informiert. Bassajews Tod wurde auch von der Webseite kavkazcenter.org bestätigt, berichtet die Tageszeitung "Wedomosti" am Dienstag.
Die bewaffneten Strukturen konnten allerdings keine Beweise dafür vorlegen, dass die Explosion, bei der Bassajew ums Leben kam, Resultat einer gezielten Aktion der Geheimdienste war.
Wie Tschetscheniens Präsident Alu Alchanow erklärte, kann der Todestag Bassajews als das Datum des Abschlusses des überaus schweren Kampfes gegen die illegalen bewaffneten Formationen gelten.
Noch größer ist die psychologische Bedeutung der Vernichtung des bis dahin unauffindbaren Bassajews: Zwischen 2000 und 2005 wurde sein Tod sechsmal gemeldet. Sein letztes Interview gewährte er dem Radio-Liberty-Korrespondenten Andrej Babizki im Juni vorigen Jahres.
"Die Beseitigung Bassajews ist symbolhaft: Damit wurde der letzte Anführer der tschetschenischen Extremisten vernichtet, dessen Name der Bevölkerung gut bekannt ist", sagte Alexej Makarkin aus dem Zentrum für politische Technologien. "Für die Amerikaner wäre eine Vernichtung Bin Ladens von ähnlicher Bedeutung."
"Bassajew verkörpert seit zehn Jahren den Terrorismus im Kaukasus, all diese Zeit hat die Öffentlichkeit vom Staat seine Beseitigung gefordert", stellte Dmitri Badowski aus dem Forschungsinstitut für soziale Systeme fest. Putin hat bewiesen, dass er ein Glückspilz-Präsident ist: Dieses Ereignis wird zu seinen wichtigsten Errungenschaften auf dem Posten des Präsidenten gezählt.
Tschetscheniens Premier Ramsan Kadyrow, der gewohnt ist, sich die Lorbeeren für den Kampf gegen die Terroristen mit den bewaffneten Strukturen der Föderation zu teilen, war diesmal nur ein Zaungast. Gestern musste er zugeben, dass er mit der Beseitigung Bassajews nichts zu tun hat. Nach Ansicht von Experten wird dieses Ereignis Kadyrows Positionen schwächen. "Bassajews Beseitigung war für Kadyrow nicht nur eine Frage der Familienehre, sondern auch ein wichtiges politisches Projekt, das ihm die Möglichkeit gegeben hätte, seine Macht in Tschetschenien zu festigen und Präsident zu werden", so Badowski.
Nach Meinung des Politologen Makarkin wird der Kreml im Falle einer Normalisierung der Situation in Tschetschenien dank der Vernichtung Bassajews auf die bisherige Favorisierung Kadyrows verzichten und andere politische Figuren stärken können, beispielsweise den jetzigen tschetschenischen Präsidenten Alu Alchanow.

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