RIA Novosti

Bulawa-Fehltests: Konstrukteur tritt zurück

12:46 22/07/2009

Nach der Pannenserie der neuen russischen Interkontinentalrakete „Bulawa“ hat der Direktor und Chefkonstrukteur des Bulawa-Herstellers, des Moskauer Instituts für Wärmetechnik (MIT), Juri Solomonow, seinen Rücktritt eingereicht.

MOSKAU, 22. Juli (RIA Novosti). Nach der Pannenserie der neuen russischen Interkontinentalrakete „Bulawa“ hat der Direktor und Chefkonstrukteur des Bulawa-Herstellers, des Moskauer Instituts für Wärmetechnik (MIT), Juri Solomonow, seinen Rücktritt eingereicht.

 Юрий Соломонов Der neue Direktor soll im September von einer Wettbewerbskommission gewählt werden, erfuhr RIA Novosti aus der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Der Quelle zufolge ist das vakant gewordene Amt bereits ausgeschrieben worden. Dabei käme Solomonow als Kandidat für den Posten des Chefkonstrukteurs wieder in Betracht. Der Chefkonstrukteur sei aber vom neuen MIT-Direktor zu bestimmen.

Ein Sprecher des Generalstabs der russischen Marine bezeichnete Solomonows Rücktritt als eine „Pattsituation“. Einerseits sei offensichtlich, dass „Bulawa“ Probleme habe, andererseits habe Solomonow als Konstrukteur keine Alternative, sagte ein ranghoher Stabssprecher.

Bei Bulawa (NATO-Code: SS-NX-30) handelt es sich um eine U-Boot-gestützte 36,8 Tonnen schwere Dreistufen-Feststoffrakete, die mit sechs bis zehn individuell lenkbaren Hyperschall-Gefechtsköpfen mit einer Sprengkraft von je 100 bis 150 Kilotonnen bestückt werden kann und eine Reichweite von bis zu 8000 Kilometern hat.

Mit dieser Rakete sollen die neuen U-Boote "Dmitri Donskoj", "Juri Dolgoruki", "Alexander Newski" und "Wladimir Monomach" ausgerüstet werden. Bisher hat es bereits elf Teststarts der „Bulawa“ gegeben, sechs davon schlugen fehl (s. Chronik der Teststarts). Beim jüngsten Test am Mittwoch voriger Woche war die erste Stufe der Rakete ausgefallen, wonach die Selbstvernichtung ausgelöst wurde. Daraufhin sprachen sich Bulawa-Gegner erneut für einen Verzicht auf das Projekt aus.

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