RIA Novosti

Russland

Russland und Nato versöhnen sich - "Kommersant"

Thema: Russland-NATO-Rat

13:02 26/07/2010

MOSKAU, 26. Juli (RIA Novosti). Ende voriger Woche beendete der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Giampaolo Di Paola, seinen ersten offiziellen Russland-Besuch, berichtet die russische Zeitung "Kommersant" am Montag.

Bei seinen Treffen forderte der italienische Admiral Russlands militärische Führung auf, die Kampftaktik gegen die somalischen Piraten zu korrigieren. Außerdem erörterte er die technischen Einzelheiten möglicher Lieferungen russischer Mi-17-Hubschrauber nach Afghanistan und schlug vor, bei einem gemeinsamen Seemanöver ein russisches U-Boot zu "versenken" und dann zu retten.

Wie beide Seiten versichern, zeuge Di Paolas Besuch davon, dass sich ein Neustart in den Beziehungen zwischen Russland und der Nato nicht nur im politischen, sondern auch im militärischen Bereich vollzogen habe.

Beobachter sehen in seinem Besuch den endgültigen Beweis, dass sich die Beziehungen zwischen Moskau und der Allianz wieder normalisiert haben. Der Krieg in Südossetien im August 2008 hatte die Beziehungen stark belastet .

Nach dem Ende der Kämpfe im Kaukasus legte die Allianz den Nato-Russland-Rat (NRC) auf Eis, solange die russischen Truppen nicht zu ihren Ausgangsstellungen zurückgekehrt waren. Daraufhin kündigte Moskau die militärische Zusammenarbeit mit der Nato.

Erste Anzeichen der Annäherung gab es nach einer Sitzung des Nato-Russland-Rats im vorigen Juni auf der griechischen Insel Korfu unter Teilnahme des russischen Außenministers Sergej Lawrow. Bereits im Dezember vereinbarten Moskau und Brüssel die Wiederaufnahme der militärischen Kooperation.

Während seines Besuchs beteuerte Di Paola erneut, dass die Nato in Russland nicht einen Feind, sondern einen Verbündeten sehe. Auch die russische Seite bemühte sich zu zeigen, dass die größten Kontroversen mit der Nato vorbei seien.

Ein wichtiges Thema war die in Vorbereitung befindliche Vereinbarung über eine gemeinsame Lieferung von Mi-17-Hubschraubern an die afghanische Armee. Nach Di Paolas Ansicht eignen sich die Hubschrauber in Afghanistan bestens, weil die meisten einheimischen Piloten ein Fluglizenz für diesen Helikopter haben, und eine Umschulung zu kostspielig wäre.

Russland wurde zudem vorgeschlagen, nicht nur in der Luft, sondern auch zu Wasser enger zu kooperieren. Beobachtern zufolge will die Allianz beim Kampf gegen die somalischen Piraten Moskau dazu bewegen, Schiffen nicht nur im Golf von Aden Geleitschutz zu geben, sondern auch in den Seekorridoren zu patrouillieren.

Außerdem wurde Moskau aufgerufen, sich an dem Seemanöver „Bold Monarch 2011“ vor Spaniens Küste teilzunehmen. Russische Schiffe waren bereits in der Vergangenheit bei ähnlichen Übungen beteiligt.

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