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Russland verärgert: USA wollen Raketen in Rumänien stationieren - "Nesawissimaja Gaseta"

12:55 | 08/ 02/ 2010

MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Die Aussichten auf eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA bei der Schaffung einer gemeinsamen Raketenabwehr haben einen Dämpfer erhalten, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

Nach der Erklärung des rumänischen Präsidenten Trajan Basescu über die Bereitschaft, Elemente des US-Raketenabwehrsystems (ABM) in Rumänien zuzulassen, beeilte sich das US-Außenministerium zu bestätigen, die Raketenabwehr werde neben Teilen auf dem rumänischen Festland auch Teile im Schwarzen Meer haben.

Nach Ansicht Viktor Jessins, ehemaliger Stabschef der russischen Strategischen Raketentruppen, stelle die Aufstellung von Elementen des Systems der taktischen US-Raketenabwehr ("Standard"-Komplexe) in Rumänien keine Bedrohung von Russlands Atomraketenpotenzial dar. Diese Systeme seien zum Abfangen von Mittelstreckenraketen und Raketen geringer Reichweite bestimmt.

Der Aktionsradius der "Standard"-Raketen übersteige gegenwärtig nicht 300 Kilometer (nach der Modifizierung sollen es 500 bis 1000 Kilometer sein). Russische ballistische Raketen auf U-Booten seien im Schwarzen Meer nicht entfaltet, und der nächste Festlandstützpunkt der strategischen Raketen liege bei Saratow.

Nach Ansicht von Generaloberst Jessin untergrabe die Stationierung von ABM-Komplexen auf US-Schiffen im Schwarzen Meer die regionale Stabilität. Die "rumänische Variante" werde jedoch, so der Experte, nicht zur Entstehung einer Bedrohung führen, die mit jener vergleichbar wäre, die bei der Aufstellung der strategischen US-Raketenabwehrraketen in Polen bestanden hätte.

Der von der Administration des früheren US-Präsident George W. Bush ausgearbeitete Plan, einen dritten Stellungsraum des Raketenabwehrsystems aufzubauen, setzte die Aufstellung von zehn silogestützten GBI-Raketenabwehrraketen in Polen und den Bau einer großen Radarstation in Tschechien voraus. Diese Rüstungen hätten laut Behauptungen russischer Experten als Gegenmaßnahme gegen die russischen nuklearen Abschreckungskräfte dienen sollen.

Im Herbst 2009 wurden die Skeptiker, die daran zweifelten, dass der "Verzicht" auf die Raketenabwehr in Europa der Friedensliebe des neuen US-Präsidenten zu verdanken sei, von begeisterten Kommentaren übertönt, die Obamas pazifistische Gesinnung priesen. Alexej Bogaturow, Prorektor der Moskauer Hochschule für internationale Beziehungen, vergleicht diese Situation mit der in den 60er Jahren, als US-Raketen aus der Türkei während der Kuba-Krise abgezogen wurden. In Wirklichkeit rüsteten die Amerikaner damals mit diesen Raketen einfach ihre U-Boote aus.

Moskau ist darüber enttäuscht, dass Washington, wie das bereits unter Bush jun. der Fall war, die ABM-Stationierung in Europa ohne Konsultationen mit Russland vereinbart. Nach Bogaturows Meinung zerstört das in hohem Maße die Hoffnungen, unter Präsident Obama würden Russland und die USA einen ernsthaften ABM-Dialog einleiten.


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