Wissenschaft
Russland will Navigationssystem GLONASS 2009 komplett aufstellen
Thema: Russisches Navigationssystem GLONASS
"Dann werden Kunden in aller Welt Navigationsdienste von 24 Satelliten der Gruppierung kostenlos nutzen dürfen", sagte der Generaldirektor und Chefkonstrukteur der Forschungs-Produktions-Vereinigung für angewandte Mechanik "Reschetnew", Nikolai Testojedow, am Donnerstag RIA Novosti am Rande der Luft- und Raumfahrtmesse in Le Bourget bei Paris.
2009 solle die orbitale GLONASS-Gruppierung auf 24 Raumapparate erweitert werden, die die gesamte Erdoberfläche erfassen werden. "Bis Ende 2007 sollen sechs Satelliten mit zwei Trägerraketen auf Erdumlaufbahnen befördert werden. Nach diesen zwei Starts wird die Zahl der GLONASS-Raumapparate auf 18 steigen, die fast das gesamte Territorium Russlands erfassen werden."
Derzeit seien zwölf Satelliten des Systems aktiv. Ein Raumapparat solle in Kürze in Betrieb und drei Apparate außer Betrieb genommen werden. Die Letzteren sollen durch GLONASS-Satelliten mit erhöhter Einsatzdauer ersetzt werden. Testojedow sagte ferner, dass die Gruppierung ab 2010 schrittweise durch neue Raumapparate mit einer Betriebszeit von etwa zehn Jahren erweitert werde. "Diese Apparate sind um die Hälfte leichter und werden zehn statt bislang sieben Jahre dienen", sagte der Experte.
Das GLONASS-System dient dazu, die genauen Koordinaten des Inhabers eines Empfängers zu ermitteln, der gleichzeitig Signale von drei Satelliten registriert, die in einer Höhe von 19 000 Kilometer über der Erde schweben. Das System gewährleistet eine Ortungsgenauigkeit von bis zu einem Meter.
Mit der Aufstellung des GLONASS-Systems wurde am 2. Oktober 1982 begonnen. Im September 1993 wurde der erste Teil des Systems von zwölf Raumapparaten in Betrieb genommen. Auf Vorschlag der Regierung Russlands wird das GLONASS-System seit 1996 von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation zusammen mit dem US-amerikanischen System GPS genutzt.

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