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Rohstoffreicher Lomonossow-Gebirgzug in der Arktis gehört Russland- Russlands Presse

15:35 27/06/2007

MOSKAU, 27. Juni (RIA Novosti). Eine aus der Arktis zurückgekehrte Forschungsexpedition hat wichtige Erkenntnisse mitgebracht: Der unter Wasser liegende Lomonossow-Gebirgszug ist eine natürliche Fortsetzung des russischen Territoriums.

Dies gibt Russland einen großen Trumpf im internationalen Streit um den untermeerischen Gebirgszug mit Dänemark und Kanada, schreiben die Tageszeitungen "Komsomolskaja Prawda" und "Iswestija" am Mittwoch.

Gemäß der UN-Seerechtskonvention kann die Wirtschaftszone eines Landes, die die Förderung von Bodenschätzen aus dem Meeresgrund möglich macht, bis zu 200 Seemeilen breit sein. Es muss allerdings bewiesen werden, dass der jeweilige Abschnitt des Meeresgrundes ein Schelf, das heißt eine natürliche Fortsetzung des kontinentalen Landesteils, ist.

Bis 2009 wird Russland der UNO seine wissenschaftlichen Beweise vorlegen, die seinen Anspruch auf den ressourcenreichen Lomonossow-Gebirgskamm untermauern. Laut Prognosen beherbergt der Gebirgskamm rund zehn Milliarden Tonnen Öl und Gas, deren Wert auf mehr als eine Billion Dollar geschätzt wird.

Juri Derjabin, Chef der Nordeuropa-Abteilung des Europa-Instituts, schätzt zwar Russlands Chancen bei der Aufteilung des "arktischen Kuchens" hoch ein, betonte aber zugleich, dass der eigentliche Kampf noch bevorstehe.

Dmitri Oreschkin, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Geographie-Instituts der Russischen Wissenschaftsakademie, ist der Auffassung, dass "Geologie damit überhaupt nichts zu tun hat". "Das Hauptproblem besteht darin, dass der rechtliche Modus für die Erschließung dieses Territoriums nicht festgelegt ist."

Seit der Stalin-Zeit betrachtet Russland das gesamte Territorium bis zum Nordpol, der von der Halbinsel Kola und der Beringstraße begrenzt ist, als sein Eigentum. "Ein ähnliches Problem, wenn auch in einem geringeren Ausmaß, gibt es jetzt auch im Süden: Die Kaspisee-Anrainer können sich bis jetzt über die Grenzziehung des Meeresgrunds nicht einigen", so Oreschkin.

Die international übliche Praxis der 200-Meilen-Wirtschaftszone ist für Russland nicht befriedigend, weil der öl- und gasträchtige Schelf viel größer ist. "Um die Rechte auf die Bohrungen muss man aber bis zum Ende kämpfen", fügt Oreschkin hinzu. "Wir werden zwar unter Druck gesetzt, dies ist aber eine Situation, in der man beim Feilschen exklusive Rechte fordern und diese notfalls mit Gewalt untermauern muss."

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