RIA Novosti

Wissenschaft

Russland reanimiert Kernfusionsforschung

16:00 11/06/2009
MOSKAU, 11. Juni (RIA Novosti). Russland belebt sein nationales Programm für Thermonuklearforschung wieder, um an internationalen Großprojekten im vollen Umfang teilnehmen zu können.

Das sagte der Direktor des russischen Kernforschungszentrums "Kurtschatow-Institut", Michail Kowaltschuk, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Moskau.

Er verwies darauf, dass die ersten Vorbilder für Fusionsreaktoren (Tokomak) gerade im Kurtschatow-Institut entwickelt worden waren.

Dieses Programm werde derzeit im Institut wieder aufgenommen. Ein Tokomak-Reaktor (T-10) sei bereits angefahren worden. Nach einem zehnjährigen Stillstand sei eine weitere Tokomak-Anlage (T-15) für den Start vorbereitet, sagte der Institutsdirektor.

Auf die Entwicklung eines internationalen ITER-Fusionsreaktors eingehend, sagte Kowaltschuk, Russland beteilige sich zwar an diesem Projekt, doch dadurch erübrige sich die Notwendigkeit eigener Forschungen nicht.

Kowaltschuk forderte ein nationales Programm für thermonukleare Forschungen, um neue Technologien zu entwickeln. "Wir müssen Folgendes einsehen: Wenn wir diese Technologien nicht besitzen, werden unsere Wissenschaftler in zehn Jahren, wenn irgendwo ein ITER gebaut worden ist, im günstigsten Fall dort einen Hilfsjob finden können", sagte Kowaltschuk.

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