Wissenschaft
Wettrennen um Arktis-Schelf: USA und Kanada starten zweite Expedition
Die Expeditionsteilnehmer werden von Bord des US-Eisbrechers "Healy" und des kanadischen Küstenwachschiffes "Louis S. St.Laurent" den Meeresgrund und den Kontinentalschelf untersuchen, wo voraussichtlich große Vorkommen an Erdöl und Erdgas lagern. Wie die Organisatoren jedoch mitteilten, dient die Forschungsreise nicht der Erkundung von Bodenschätzen.
Die Expedition wird in den Gebieten nördlich von Alaska bis hin zum Mendelejew-Rücken sowie östlich vom Kanadischen Archipel verlaufen.
Nach der russischen Tiefsee-Expedition im Jahr 2007 wird heftig um die Zugehörigkeit des Kontinentalschelfs diskutiert. Russland will wissenschaftlich nachweisen, dass die Unterwasser-Rücken "Lomonossow" und "Mendelejew" eine Fortsetzung des sibirischen Festlandes sind.
Bei der Expedition wurde eine russische Flagge auf dem Meeresgrund aufgestellt, um Russlands Gebietsansprüche im Nordpol zu untermauern. Außerdem wurden Proben vom Meeresboden und von Lebewesen aus einer Tiefe von 4261 Metern genommen.
Im Sommer 2008 folgten die USA mit einer Expedition in die Arktis.
Gemäß der UN-Seerechtskonvention aus dem Jahr 1982 schließt der Kontinentalschelf den Meeresboden und die Ressourcen bis zur Außengrenze des Unterwasserrandgebiets des Festlandes ein. Seine minimale Länge macht 200 Seemeilen von der Küste aus. Die Anrainerstaaten haben dadurch das Recht auf die Erkundung und Ausbeutung der Naturressourcen auf dem Schelf.
Weil es kompliziert ist, die Außengrenzen eines erweiterten Kontinentalschelfs zu bestimmen, hat kein einziges Land bisher solche Grenzen festgelegt.
Zuvor hatte die heutige US-Außenministerin Hillary Clinton dazu aufgerufen, sich aktiver mit der Arktis zu befassen. In ihrer Zeit als Senatorin sagte sie, dass die Arktis eine Region sei, die die wirtschaftliche, ökologische und Energiezukunft der USA beeinflussen werde.
Clinton verwies auch auf die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit in der Arktis, darunter auch mit Russland.
Neben Russland können auch Länder wie Kanada und die USA ihre Rechte auf den Schelf geltend machen. Wenn Russland nachweist, das die sich bis nach Grönland hinziehenden Unterwasser-Rücken "Lomonossow" und "Mendelejew" eine geologische Fortsetzung seines Kontinentalschelfs ist, so wird es zusätzlich 1,2 Millionen Quadratkilometer Fläche und die Ausbeutung der reichen Vorkommen beanspruchen können.

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