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Wissenschaft

Erdbebengefahr auf Sachalin durch Öl- und Gasförderung - Experten schlagen Alarm

14:32 12/11/2009

JUSCHNO-SACHALINSK, 12. November (RIA Novosti). Sachaliner Wissenschaftler warnen vor einem starken Erdbeben im Raum der Bohrinsel Piltun-Astochskoje-B, die im Rahmen des Sakhalin-2-Projektes betrieben wird.

„Es ist kein Geheimnis, dass die Förderung von Erdöl und Erdgas ein seismisches Ereignis auslösen kann“, sagte der Direktor des Institutes für maritime Geologie und Geophysik, Boris Lewin, am Donnerstag in der Gebietsduma von Sachalin.

„Die Forschungen, die einheimische Wissenschaftler zwischen 1930 und 2009 auf dem nördlichen Teil der Insel Sachalin und auf dem anliegenden Schelf durchgeführt hatten, haben ergeben, dass in der Nähe des Öl- und Gaskondensatvorkommens Piltun-Astochskoje eine drastische Änderung des seismischen Regimes vor sich geht, die seit dem Jahr 2005 in einer verstärkten seismischen Aktivität zum Ausdruck kommt“, sagte Lewin.

„Die registrierten Fakten deuten allem Anschein nach auf den Effekt einer von außen bewirkten Seismizität hin, die offensichtlich auf den Abbau der Vorkommen zurückzuführen ist“, so der Wissenschaftler.

Ihm zufolge wurde die Gebietsverwaltung darüber informiert. „In einem Brief an Gouverneur Alexander Choroschawin werden die Ergebnisse unserer Forschungen zusammengefasst und darum gebeten, dringende Maßnahmen zur Organisation eines Monitorings im Norden von Sachalin zu treffen“, so Lewin.

Der Wissenschaftler bemängelte, dass es im Norden der Insel Sachalin nur wenige Erdbebenwarten gebe. „Der Betreiber des Projektes Sackhalin-2 verbietet Forschungsarbeiten an der Bohrinsel Piltun-Astochskoje-B. Im Hinblick auf die Möglichkeit eines starken Erdbebens in der Nähe dieses oder eines anderen Vorkommens auf dem nordöstlichen Schelf der Insel wird vorgeschlagen, das notwendige Monitoring in diesem Raum zu sichern“, so der Brief.

Im Rahmen des Sakhalin-2-Projektes im Gesamtwert von 20 Milliarden US-Dollar werden die Vorkommen Piltun-Astochskoje und Lunskoje erschlossen, deren wirtschaftlich gewinnbaren Vorräte auf 150 Millionen Tonnen Öl bzw. 500 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt werden.

Am Piltun-Abschnitt des Vorkommens Piltun-Astochskoje wurde Ende 2008 die erste Ölfördersonde in Betrieb genommen. Inzwischen sind weitere fünf Fördersonden von je 10 000 Barrel Leistung (1300 Tonnen Öl pro Tag) dazu gekommen. Diese Fördermöglichkeiten übertreffen die Erwartungen des Projektbetreibers.

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