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Wissenschaft

Russlands Raumfahrt hinkt hinterher - Presse

13:41 01/12/2009

MOSKAU, 01. Dezember (RIA Novosti). Russlands Raumfahrt- und Raketenindustrie muss in kürzester Zeit wettbewerbsfähig werden und in die internationale Umlaufbahn gebracht werden.

Dieses Ziel hat Regierungschef Wladimir Putin am Montag für den russischen Raketenbau festgesetzt. Über dieses Thema schreiben die russischen Zeitungen  „RBC Daily" und „Gaseta" vom Dienstag. Experten vermuten, dass Russland zu diesem Zweck den Weg Indiens und Chinas gehen und ausländische Technologien kaufen muss. 

„2010 sollen die Streitkräfte mit mehr als 30 boden- und seegestützten ballistischen Raketen sowie mit elf Weltraum-Raketenkomplexen versorgt werden", so Putin. Zugleich stellte er fest, dass viele Modelle nicht mit der ausländischen Konkurrenz mithalten können, und dass der Zeitplan ihrer Produktion nicht eingehalten werde. Diese Fehler müssen in kürzester Zeit korrigiert werden, verlangte der Premier.

Der Leiter des Zentrums für militärische Prognostizierung, Anatoli Zyganok, verwies auf große Probleme mit der Ausstattung, auf die die einheimischen Raketenbauer stoßen. „Zu Sowjetzeiten konnten wir dank zahlreichen Zwischenhändlern hochpräzise Anlagen kaufen, die nach dem Prinzip des ‚goldenen Schnitts‘ arbeiteten. Im ganzen Land gab es nur wenige Anlagen, mit denen mikroskopisch genaue Ersatzteile hergestellt wurden. Jetzt sind aber die meisten Anlagen außer Betrieb, und neue wird uns natürlich niemand verkaufen", so der Experte.

Außerdem würden viele Rüstungsbetriebe an Personalmangel leiden, weil zurzeit ausgebildete Schlosser und Dreher sofort in die Armee einberufen werden, ergänzte er.

Laut Branchenkennern ist Russland im Satellitenbau kaum konkurrenzfähig: Im Ausland verlieren russischen Firmen die meisten Ausschreibungen, und wenn sie einen Auftrag erhalten, dann eher aus politischen Gründen.

„Wir bauen einen Kommunikationssatelliten für Iran - es ist klar, dass die USA diesen Auftrag nicht übernehmen würden. Wir stellen zwei Kommunikationssatelliten für Kasachstan her - das ist auch ein beiderseitig nützliches politisches Projekt", stellte der unabhängige Experte für Weltraumforschung, Andrej Ionin, fest. „Für zivile Satelliten kaufen wir längst europäische und kanadische Komplettierungsteile ein."

Der Anteil der USA am internationalen Weltraumforschungsbudget beläuft sich auf 75 Prozent (35 Milliarden Dollar). Auf Russland entfallen höchstens acht Prozent. „Es ist äußerst schwer, mit einem Rivalen Schritt zu halten, der von Anfang an überlegen ist und seine Kraft von Jahr zu Jahr ausbaut", so Ionin weiter.

„Das größte Problem ist aber nicht der Geldmangel, sondern die fehlenden Strategie. Russland könnte allerdings den Weg Indiens und Chinas gehen, die ausländische Technologien aufkaufen", ergänzte der Experte.

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