Wissenschaft
Putin warnt vor „Gezeter“ um Arktis und Baikal-Zellstofffabrik
MOSKAU, 15. März (RIA Novosti). Wladimir Putin hat vor Politisierung der Debatte um die Zellstofffabrik am Baikal und vor „Einschüchterungen“ im Streit um den arktischen Schelf gewarnt.
Am Montag nahm der russische Regierungschef an einer Sitzung des Treuhandrates der Russischen Gesellschaft für Geographie teil.
Im Hinblick auf den Streit um die Zellstofffabrik am weltgrößten Süßwassersee Baikal betonte Putin, von höchster Priorität seien sowohl die Umweltfragen als auch eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung jener Region: „Alles muss aufmerksam und ohne Gezeter betrachtet werden“, eine Politisierung sei unzulässig.
In letzter Zeit habe sich die ökologische Situation am Baikal nicht verschlechtert, so Putin. Im Januar hatte die russische Regierung das Verbot für die Zellstoff-Produktion am Baikal aufgehoben. Dieser Beschluss ebnete den Weg für den Neustart der stillgelegten Fabrik und wurde von Umweltschützern scharf kritisiert.
Fotostrecke: Putin unternimmt Baikalfahrt mit Mini-U-Boot
Putin sagte nun weiter, sehr „viel Lärm“ gebe es auch um die Arktis-Erschließung. Er rief auf, die Situation „ruhig und wohlwollend“ zu erörtern, anstatt „einander mit Problemen einzuschüchtern, die gar nicht existieren“.
Den Dialog zum Thema soll eine internationale Arktis-Konferenz fördern. Sie soll am 22. und 23. April in Moskau stattfinden, RIA Novosti tritt als Mediensponsor auf. Wie RIA-Novosti-Chefin Swetlana Mironjuk mitteilte, beinhaltet die Konferenz voraussichtlich die Rohstoff-Erschließung am arktischen Schelf sowie Umwelt- und Transportprobleme der Region.
2007 hatte eine russische Forschungsmission Grundproben im Nordpolarmeer entnommen, um zu beweisen, dass die ozeanischen Lomonossow- und Mendelejew-Rücken eine unterseeische Fortsetzung der eurasischen Landmasse seien. Damit will Russland seine Ansprüche auf den Festlandsockel begründen. Bei der damaligen Mission kamen russische Mini-U-Boote Mir-1 und Mir-2 zum Einsatz.
Putin rief russische Großunternehmer auf, bei der Finanzierung von Programmen der Russischen Gesellschaft für Geographie zu helfen. Die Ausgaben seien dabei gering und der erhoffte Effekt sei dagegen sehr groß, so der Regierungschef. Die Gesellschaft war 1845 gegründet worden. Zurzeit hat sie rund 27.000 Mitglieder und Filialen in ganz Russland und dem Ausland. Ihr Präsident ist Russlands Katastrophenschutz-Minister Sergej Schoigu. Putin steht an der Spitze des Treuhandrates.

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