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Russland kann sich weiteren Atomwaffenabbau nicht leisten - "Nesawissimaja Gaseta"

13:35 06/07/2007

MOSKAU, 06. Juli (RIA Novosti). Nach Putins Angebot an Bush, die Radaranlage in Gabala gemeinsam zu nutzen, schien es, als hätte der russische Präsident seinen amerikanischen Amtskollegen in die Enge getrieben.

Es abzulehnen oder zuzustimmen wäre für ihn gleichermaßen kompliziert, schreibt Alexander Chramtschichin, Leiter der analytischen Abteilung des Instituts für politische und militärische Analyse, am Freitag in der "Nesawissimaja Gaseta".

Die USA haben aber einen überaus starken Gegenzug gemacht, mit dem sie ihrerseits Moskau in die Enge treiben. Washington schlug eine weitere Reduzierung der strategischen Offensivwaffen vor. Jetzt würde Moskau sowohl eine Zustimmung als auch eine Ablehnung gleichermaßen schwer fallen.

Trotz des Geredes von einer Wiederherstellung der früheren Stärke ist in den strategischen Streitkräften Russlands ein lawinenartiger Abbau im Gange, der unabhängig von den Verträgen mit den USA vor sich geht. Insofern wäre es durchaus verlockend, sich darüber zu einigen, dass Amerika sein Militär ebenfalls auf das russische Niveau reduziert.

Eine Zustimmung wäre aber noch schwerer. Ohne Kernwaffen ist Russland keine Großmacht, sondern ein gigantisches Territorium mit riesigen Ressourcen, die alle brauchen. Eine weitere Reduzierung der strategischen Nuklearkräfte wäre bei einer Verbreitung von Kernwaffen in der ganzen Welt wegen nationalen Sicherheitsfragen nicht zulässig. Der Vertrag würde diese Reduzierung juristisch verankern und dem Land die Möglichkeit nehmen, seine Kräfte wiederherzustellen, sobald der politische Wille dazu endlich da ist. Denn Geld dafür gibt es bereits jetzt.

Die USA können ihr Nukleararsenal schmerzlos abbauen. Sie investieren massenhaft Geld in die Entwicklung hochpräziser Waffen und ins Raketenabwehrsystem. Wenn also die strategischen Nuklearkräfte Russlands auf ein Minimum reduziert werden, werden die USA einen entwaffnenden Schlag gegen diese (höchstwahrscheinlich mit konventionellen Waffen) führen können, während die Reste von Raketenabwehrkräften (von Amerika und nicht von Polen aus) beseitigt werden.

Was noch viel schlimmer ist: Bei einer weiteren Reduzierung und deren juristischer Verankerung werden die strategischen Nuklearkräfte Russlands mit den chinesischen vergleichbar sein, die durch keine Verträge begrenzt sind und weiter aufgebaut werden. Indes nimmt der Mangel an Ressourcen (in erster Linie Erdöls) in China die Ausmaße einer nationalen Katastrophe an. Sollte China auch im Kernwaffenbereich stärker werden als Russland, so wird es mit Moskau völlig anders sprechen.

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