RIA Novosti

Sicherheit und Militär

Russland will Risiken der US-Raketenabwehr in Europa neutralisieren

11:04 19/12/2007
MOSKAU, 19. Dezember (RIA Novosti). Russland wird laut Außenminister Sergej Lawrow alle Risiken neutralisieren, die sich aus der geplanten US-Raketenabwehr in Osteuropa ergeben sollten.

"Wir sind aber auch zu Transparenz auf beiden Seiten bereit und würden vertrauensbildende Maßnahmen akzeptieren", sagte Lawrow am gestrigen Dienstag in einem Interview mit dem Radiosender "Echo Moskaus".

Nach seinen Worten ist die US-Administration trotz russischer Kompromissvorschläge fest entschlossen, ein Radar in Tschechien und Abfangraketen in Polen zu stationieren. Deswegen widerspräche die offizielle Antwort der USA den bisherigen mündlichen Vereinbarungen vom 12. Oktober.

Laut diesen Vereinbarungen sollten russische Offiziere ständig in Polen und Tschechien präsent sein, um zu kontrollieren, dass das Radar nicht aktiviert und die Raketen nicht in die Schächte gebracht werden. Später schlugen die USA statt ständiger Präsenz der russischen Offiziere regelmäßige Besuche vor, die unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Regierungen von Polen und Tschechien stehen sollen.

Außerdem wurde am 12. Oktober vereinbart, dass Russland und die USA die südlichen Flanken Europas gemeinsam überwachen und Gefahren identifizieren werden. In der schriftlichen Antwort der Amerikaner heißt es nun, dass eine endgültige Entscheidung den USA überlassen ist. "Das ist nicht das Selbe. Deshalb sind wir enttäuscht", führte der russische Außenminister aus.

Die USA wollen bis 2013 eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen stationieren, um sich angeblich vor einem eventuellen Raketenüberfall aus Iran und Nordkorea zu schützen. In Russland erregen die US-Pläne tiefe Besorgnis. Moskau sieht das US-Raketenabwehrsystem (ABM) in Osteuropa gegen sich gerichtet.

Im ABM-Streit schlug Russland den USA die gemeinsame Nutzung der Radaranlage Gabala in Aserbaidschan (Südkaukasus) und einer Raketenstart-Frühwarnstation im südrussischen Armawir vor. Im Gegenzug sollten die USA auf die Aufstellung der Raketenabwehr in Europa verzichten. Ende November gaben die USA eine offizielle Antwort auf das russische Angebot, die das Außenministerium in Moskau als "enttäuschend" bezeichnete.

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