
MOSKAU, 18. Juni (RIA Novosti). Die USA werden laut dem russischen Militärexperten Leonid Iwaschow an allen Flanken Russlands Raketenabwehr-Basen einrichten, um das russische Atompotenzial zu neutralisieren.
Es sei zu erwarten, dass der amerikanische Raketenschirm nach Tschechien und Polen auch in Litauen und in allen an Russland anliegenden Ländern stationiert wird, so kommentierte Iwaschow, Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, die Medienberichte, dass die USA mit Litauen bereits entsprechende Verhandlungen führen würden.
Die USA würden ihre Angriffsgruppe verstärken, die Flügelraketen aufstocken und neue Waffensysteme aufstellen, gegen die das russische Luftabwehrsystem keine Chancen hätte, sagte Iwaschow. Ihm zufolge bauen die USA ihren globalen US-Raketenschild mit dem einzigen Ziel auf, das russische Atomraketen-Potenzial bis 2015 lahmzulegen.
Wenn die ehemaligen Sowjetrepubliken Georgien und die Ukraine in die Nato aufgenommen würden, würden auch dort amerikanische ABM-Systeme stationiert, sagte der Experte. Russland tue ungenügend, um "diesen aggressiven Plänen" zu widerstehen, und müsse seinen Worten Taten folgen lassen.
Laut Iwaschow müsste Russland die Beziehungen mit der Nato abbrechen, sollte der amerikanische Raketenschirm in Europa stationiert werden. Außerdem müsse Russland den europäischen Staaten klarmachen, dass in einem Krieg nicht nur feindliche Truppenstandorte, sondern auch die wichtigsten Objekte auf dem Territorium des Feindes angegriffen würden. Deshalb würden die Hauptstädte sowie wichtige Industrie- und Komminikationszentren in denjenigen Ländern potentiell gefährdet, in denen die amerikanischen Raketenabwehrsysteme aufgestellt würden, sagte Iwaschow.
Die USA wollen bis 2013 zehn Abfangraketen in Polen und eine Radaranlage in Tschechien stationieren, um sich angeblich vor einem möglichen Raketenüberfall aus Iran und Nordkorea zu schützen. Russland sieht das US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa gegen sich gerichtet und hat gedroht, die ABM-Basen mit eigenen Raketen ins Visier zu nehmen.