Sicherheit und Militär
USA können Russlands Schwarzmeerflotte neutralisieren - "RBC Daily"
Nach Angaben des russischen Generalstabs vom Dienstag könnten US-amerikanische Kampfschiffe spätestens Ende August im Schwarzen Meer auftauchen. Wenn das geschehe, werde Russlands Schwarzmeerflotte neutralisiert, Georgien unter die Kontrolle der US-Schiffsluftabwehr geraten und der ganze Nordkaukasus im Radius der Raketen der US-Marine liegen.
Die Verhandlungen über die Durchfahrt der Kampfschiffe durch den Bosporus sind zwischen Ankara und Washington bereits seit mindestens einer Woche im Gange. Einerseits verärgert die Türkei die Unterstützung der USA für die kurdischen Separatisten. Andererseits ist die Türkei immer noch US-Verbündeter in der Nato und wird wohl kaum lange feilschen.
Nach der Konvention von Montreux können sich Kampfschiffe von Staaten, die keinen direkten Zugang zum Schwarzen Meer haben, nicht länger als 21 Tage dort aufhalten und unter der Bedingung, dass ihre gesamte Wasserverdrängung nicht über 30 000 Tonnen liegt. Formell erlaubt das der sechsten US-Mittelmeerflotte nicht, ins Schwarze Meer einen Flugzeugträger zu entsenden.
Doch würden, so der Militärexperte Konstantin Makijenko, selbst ein moderner Kreuzer und einige Zerstörer genügen, um die russische Schwarzmeerflotte völlig zu neutralisieren: "Heute handelt es sich dabei um eine halb museumsreife Ansammlung verschiederartiger Kräfte."
Theoretisch könnte Moskau Schiffe anderer Flottenabteilungen ins Schwarze Meer verlegen, was jedoch sinnlos ist. "Die Nordflotte ist auf nukleare Eindämmung orientiert", betont Makijenko. Die Pazifikflotte ist viel zu weit entfernt und verfügt nicht über Kräfte, die der Aufgabe adäquat wären. Darüber verfüge die kompakte und ausgewogene Baltische Flotte, aber ihre Schiffe würden bereits unterwegs zum Schwarzen Meer von der Nato bedroht werden.
"Wenn sich die Amerikaner Poti und Batumi nähern, werden wir nur ein Mittel haben, um das Gesicht zu wahren: unsere Schiffe abziehen", gab eine Quelle bei der Schwarzmeerflotte zu. "Das Mandat der Friedenskräfte lässt uns ruhig in den Gewässern Abchasiens verweilen, zumal dort in den nächsten Monaten alles ruhig sein wird. Doch die Nähe, die uns bevorsteht, ist gefährlich: Provokationen sind möglich."
Russland habe keine Zeit mehr, die Flotte wieder aufzubauen, sagen Militärexperten. Sie fordern dazu auf, die Luftwaffe in der Region aufzustocken. "Das Schwarze Meer ist kein Ozean, Flugzeuge decken es mit Leichtigkeit ab", sagt Makijenko. Außerdem müsse Russland eilig die Armeen Abchasiens und Südossetiens verstärken sowie die Führung, die Aufklärung und das Nachrichtenwesen entwickeln.
"Hätte Südossetien eine starke Armee gehabt, so hätte sich unsere Einmischung auf eine Unterstützung aus der Luft beschränken können", glaubt Makijenko. "Gleich der erste Zusammenstoß mit einer bei weitem nicht besten ausländischen Armee hat gezeigt, dass die Georgier bessere Flugzeuge, Panzer und Nachrichtenmittel haben. Was wäre erst, wenn sie Jagdflugzeuge und eine moderne Luftverteidigung hätten? Wir haben einfach Glück gehabt, dass die georgischen Soldaten, wie sich erweist, einen schwachen Geist haben."
Das übermäßige Festhalten an den Atomstreitkräften müsse dringend berichtigt werden, sagen Fachleute.

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