
MOSKAU, 09. September (RIA Novosti). Das gemeinsame Manöver mit Venezuela betrachtet der russische Marinesprecher Igor Dygalo als weiteren Schritt zur Wiederaufnahme großer Ozean-Einsätze mit hohem Abschreckungspotential.
„Die Marine bleibt eine ernst zu nehmende Abschreckungskraft, die jegliche Bedrohungen der nationalen Sicherheit Russlands verhindern und bei Bedarf auf jede Aggression reagieren kann“, so Dygalo am Dienstag in einem RIA-Novosti-Interview.
Die russische Marine wolle keine „Keule“ sein und niemanden einschüchtern: „Die Hauptaufgabe der russischen Flotte besteht darin, die Sicherheit des Landes zu gewährleisten“.
Die russische Marine mit ihren großen Schiffen und Atom-U-Booten sei auf Ozean-Einsätzen ausgerichtet und wolle diesen seit der Sowjetzeit zum Teil eingebüßten Status wiederherstellen: „Wenn noch nicht in vollem Umfang, hat diese Tendenz einen nachhaltigen Charakter“, so der Sprecher.
„Wer geheime Hintergründe beim geplanten gemeinsamen Manöver von Russland und Venezuela sucht, liegt falsch. Die russische Marine führt solche Übungen mit vielen Ländern durch. Ihre Ziele sind absolut transparent und richten sich gegen keine Drittländer“, betonte Dygalo.
Thomas Shannon, US-Unterstaatssekretär für Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre, hatte am Montag betont, die US-Regierung kenne die „wahren Ziele“ des Manövers. Auch Sean McCormack, Sprecher des US-Außenministeriums versprach, die Situation aufmerksam zu verfolgen.
Am Sonntag präzisierte Präsident Hugo Chavez den Termin für das bevorstehende Manöver: „Venezuela plant eine gemeinsame Marineübung mit Russland. Diese soll Ende November oder Anfang Dezember in der Karibik stattfinden“.
In einer Staatsrat-Sitzung am Samstag hatte der russische Staatschef Dmitri Medwedew mit Blick auf den aktuellen Nato-Einsatz im Schwarzem Meer gesagt: „Leider wird das georgische Regime weiter aufgerüstet, nun unter dem Vorwand der humanitären Hilfe. Wie würde man sich aber fühlen, wenn sich Russland etwa dafür entscheiden würde, mit seinen Kriegsschiffen Hilfsgüter in die vom Hurrikan betroffenen Karibik-Länder zu bringen?“