
MOSKAU, 12. September (RIA Novosti). Die Weltgemeinschaft muss dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zufolge ein neues Sicherheitssystem aufbauen, um sich vor aggressiven Regimes wie dem von Michail Saakaschwili in Georgien abzusichern.
Der Überfall Georgiens auf Südossetien in diesem August habe die Unwirksamkeit der unipolaren Weltordnung verdeutlicht, sagte Medwedew am Freitag bei einem Treffen mit Mitgliedern des Diskussionsklubs Waldai.
Die USA sehen laut Medwedew wohl ein, was Georgien angerichtet hat und welche Folgen dies nach sich zieht. "Selbst wenn es ein enges Bündnis gibt, kann man nicht seinen Verbündeten in Schutz nehmen, wenn dieser Kriegsverbrechen begeht."
In der Nacht zum 8. August war die georgische Armee in Südossetien einmarschiert und hatte dessen Hauptstadt Zchinwali weitgehend zerstört. Nach Angaben des südossetischen Präsidenten Eduard Kokojty wurden dabei 1 632 Menschen getötet.
"Die Lehren des Kaukasus-Konfliktes werden noch lange analysiert. Doch für mich wie für die meisten Russen hat dieser Krieg die letzten Illusionen zerstört, dass das jetzige Sicherheitssystem wirksam ist."
Zugleich sprach sich Medwedew gegen eine Wiederherstellung der "bipolaren Weltordnung" aus, wie sie zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt existiert hatte. "Die Welt muss polyzentrisch sein."
Der Diskussionsklub Waldai wurde von RIA Novosti gemeinsam mit dem Rat für Außen- und Verteidigungspolitik, der Zeitung "The Moscow News", den Zeitschriften "Russland in der Globalpolitik" und "Russia Profile" ins Leben gerufen. An der diesjährigen Konferenz nehmen rund 80 Politikexperten aus aller Welt teil. Am Mittwoch setzten sie sich mit dem Thema des Konflikts in Südossetien und der Rivalität der Weltmächte im Kaukasus, Zentralasien und Mittleren Osten aus.