Sicherheit und Militär
Russland schließt Präventivschlag mit Atomwaffen nicht aus
MOSKAU, 14. Oktober (RIA Novosti). Die neue Fassung der russischen Militärdoktrin sorgt für Aufsehen: Sie schließt laut dem Chef des nationalen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, einen präventiven Einsatz nuklearer Waffen nicht aus.
Russland bleibe eine Atommacht, die zur nuklearen Abschreckung fähig sei. Das Ziel bestehe darin, eine Aggression gegen Russland und seine Verbündeten abzuwenden und habe in absehbarer Zukunft höchste Priorität, sagte Patruschew in einem Interview für die Mittwochausgabe der Zeitung „Iswestija“.
Fotostrecke: Russland feuert Interkontinental-Rakete ab
Der neue Entwurf der russischen Militärdoktrin präzisiere Optionen für den Einsatz nuklearer Waffen nicht nur in einem globalen, sondern möglicherweise auch in einem Regionalkrieg, falls es darum gehe, eine Aggression abzuwehren.
„Vorgesehen ist außerdem die Möglichkeit eines Atomwaffeneinsatzes je nach der Situation und den Absichten des möglichen Gegners. In einer Situation, die für die nationale Sicherheit gefährlich ist, sind unter anderem auch präventive Nuklearschläge gegen den Aggressor vorgesehen“, so Patruschew.
Fotostrecke über russische Atomraketen
Für die Korrektur der russischen Militärdoktrin gebe es objektive Voraussetzungen: „Neue Länder werden in die Nato aufgenommen, Militäraktivitäten der Allianz nehmen zu. Intensive Übungen strategischer US-Truppen beinhalten den Einsatz strategischer Atomwaffen“.
Es gebe außerdem nach wie vor „destabilisierende Faktoren“ wie die Weiterverbreitung nuklearer, chemischer und biologischer Technologien, die Produktion von Massenvernichtungswaffen, der zunehmende internationale Terrorismus und der Kampf um Rohstoffe, hieß es.
Zuvor hatte Patruschew mitgeteilt, der Entwurf der neuen Militärdoktrin werde voraussichtlich bis Jahresende dem Präsidenten vorgelegt.

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