Sicherheit und Militär
Experte warnt vor Schaden bei Verzicht auf Lieferung von S-300-Raketen an Iran
MOSKAU, 21. Oktober (RIA Novosti). Ein Verzicht Russlands auf die Lieferung von Luftabwehr-Raketensystemen S-300 an Iran würde schwere Verluste der russischen Rüstungsindustrie mit sich bringen.
Das teilte ein Experte aus Rüstungskreisen am Mittwoch RIA Novosti mit. Nach seinen Worten ist die Entscheidung über die Lieferungen der russischen Regierung überlassen, doch würde eine Aufkündigung des Vertrags mit Iran russischen Waffenherstellern „bedeutende finanzielle Verluste“ bringen. Der Experte verwies darauf, dass es sich bei den S-300-Raketen um eine Verteidigungswaffe handle und dass deren Verkauf an Iran gegen keine internationalen Vereinbarungen verstoßen würde.
Der Vizechef des Moskauer Zentrums für Strategie- und Technologieanalyse, Konstantin Makijenko, schätzte seinerseits den möglichen Schaden durch eine Vertragsstornierung mit Iran auf 1,3 bis 1,4 Milliarden US-Dollar, von denen eine Milliarde auf den Gewinnausfall und 300 bis 400 Millionen Dollar auf Vertragsstrafen entfallen würden.
Ein Vertrag über die Lieferung der S-300-Raketen an den Iran war noch im Dezember 2005 geschlossen worden. Drei Jahre später teilte die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA mit, dass Moskau mit der Auslieferung der Waffen begonnen habe. Russlands föderale Behörde für militärtechnische Kooperation wies diese Information zwar als falsch zurück, dennoch äußerten sich westliche Staaten und Israel besorgt über russische Waffengeschäfte mit der Islamischen Republik. Davor hatte Russland bereits Flugabwehr-Raketen Tor-M1 (Reichweite zwölf Kilometer) an den Mullah-Staat verkauft.
Fla-Raketen-System S-300P. Infographik
S-300-Raketen sind für die Verteidigung großer Industrie- und sonstiger Zivil- und Militäranlagen bestimmt und können unter anderem auch ballistische Langstreckenraketen abfangen. Die neusten Modifikationen sind in der Lage, Ziele in einer Entfernung von 150 km und in bis zu 27 km Höhe zu bekämpfen. Theoretisch können die S-300, die gegenwärtig den Kern der Luftabwehr Russlands bilden, auch gegen Bodenziele eingesetzt werden. Raketensysteme dieses Typs hatten bislang die Ukraine, Weißrussland, Kasachstan, die Slowakei, Bulgarien, Griechenland und China gekauft.

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