Sicherheit und Militär
Russisches Militär liegt hinter USA und NATO um mehr als ein Jahrzehnt zurück - „Wremja Nowostej“
MOSKAU, 28. Oktober (RIA Novosti). Der russische Generalstabschef Nikolai Makarow hat nach Abschluss der Übungen „Westen-2009“ eine verblüffende Bemerkung gemacht, schreibt der Experte Dr. tech. Michail Rastopschin am Mittwoch in der Zeitung „Wremja Nowostej“.
Makarow hat gesagt, dass das Hauptziel der Manöver „die Erforschung des Übergangs zum neuen Führungssystem der Streitkräfte“ gewesen wäre. Dieses sollte „in erster Linie auf einem Übergang zum System der netzwerkzentrischen Kriegsführung“ beruhen. Doch die Realität ist vom genannten Ziel äußerst weit entfernt.
Netzwerkzentrische Handlungen brauchen ein verzweigtes Netzwerk von gut informierten und im Raum verstreuten Militärformationen, die über eine breite Palette von neuen Waffen für alle Zwecke verfügen und ihre Kräfte schnell konzentrieren können. Es ist bekannt, dass der Übergang zur netzwerkzentrischen Kriegsführung für die Armeen der USA und der NATO-Länder kennzeichnend ist. Bei ihnen beträgt der Anteil von modernen und neuen Waffen 70 Prozent.
Bei der russischen Armee beträgt dieser Anteil laut Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow bislang nur 10 Prozent. Natürlich kommt da die Frage auf, wie die russische Armee denn den Übergang zur netzwerkzentrischen Kriegsführung schaffen kann, wenn sie größtenteils über Waffen und Ausrüstung aus den 1970ern bzw. den 1980ern verfügt.
Die Friedensoperation in Georgien im August 2008 hat beträchtliche Mängel der russischen Armee an den Tag gelegt, nämlich die begrenzten Möglichkeiten der Aufklärung und der Kommunikation, wenig Automatisierung bei der Truppenführung und Waffenlenkung, fehlendes System der Informationsversorgung der Truppen, mangelhafter Schutz von einzelnen Waffengattungen und Heeresformationen. Es wäre naiv zu glauben, dass alle diese Fehler in etwas mehr als einem Jahr beseitigt sein könnten.
Gegenwärtig liegen die russischen Streitkräfte bei der Entwicklung von modernen Kriegsführungsmitteln 10 bis 15 Jahre hinter den USA und der NATO zurück. Und der Verlauf und die Ergebnisse der Übungen „Westen-2009“, „Ladoga-2009“ und „Kaukasus-2009“ haben deutlich gezeigt: Die russische Armee weist keine Spur von einem Übergang zur netzwerkzentrischen Kriegsführung auf.

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