RIA Novosti

Russisch-französischer Waffendeal hängt von „politischem Impuls“ ab - „Wedomosti“

16:53 05/11/2009

MOSKAU, 05. November (RIA Novosti). Ob die russische Marine einen französischen Hubschrauberträger vom Typ Mistral bekommt, könnte sich während des Frankreich-Besuchs des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin Ende November entscheiden, schreibt am Donnerstag die Zeitung „Wedomosti“.

Zuvor soll das Schiff zu Vorführungszwecken in St. Petersburg eintreffen. Dann wird laut einer Quelle im russischen Verteidigungsministerium eine „Anprobe“ mit russischer Bewaffnung stattfinden. Dabei soll der Kampfhubschrauber Ka-52 auf dem Deck landen.

Zuvor hatte Vize-Marinestabschef Oleg Burzew erklärt, dass das Schiff von russischen Militärs besichtigt werden soll. Geplant ist, ein Exemplar in Frankreich zu kaufen und weitere vier in Russland in Lizenz zu bauen.

Es handelt sich um das größte Schiff, das Russland jemals für bares Geld zu erwerben beabsichtigte. Präsentiert wird es zwei Wochen vor politischen Verhandlungen in Frankreich. Wenn das Projekt dort nicht auf höchster Ebene abgesegnet werde, könne von dem Kauf vorerst keine Rede sein, sagte ein Gesprächspartner von „Wedomosti“.

Nach Auffassung von Arnaud Kalika, Chefredakteur des französischen Militärbulletins TTU, werde Putins Besuch Aufschluss darüber geben, ob die russische und die französische Regierung das Projekt billigen. Die französischen Behörden und das staatliche Unternehmen DCNS, das diese Schiffe baut, warten auf einen politischen Impuls. Ähnlich sei die Situation auch in Russland, heißt es hinter vorgehaltener Hand im russischen Verteidigungsministerium.

Experten bezweifeln nach wie vor, dass der Kauf eines so teuren Schiffs wirklich eine Notwendigkeit ist. Die Gesamtkosten des Projekts würden sich auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen, sagt Konstantin Makijenko vom Zentrum für die Analyse von Strategien und Technologien. Diese Mittel könnten für dringendere Zwecke verwendet werden, beispielsweise zur Ausrüstung aller Panzer, die auch nach der Militärreform weiterhin ihren Dienst verrichten sollen, mit französischen Infrarotsichtgeräten.

Anatoli Issajkin, Generaldirektor von „Rosoboronexport“, erklärte in der Vorwoche, dass der staatliche Zwischenhändler noch keinen Auftrag bekommen habe, Verhandlungen zum Kauf des französischen Schiffs aufzunehmen. Doch im Umfeld des Verteidigungsministeriums wird nicht ausgeschlossen, dass das Geschäft auch ohne Zwischenhändler zustande kommt. Auf diese Weise war bereits ein Abkommen mit dem israelischen Unternehmen IAI zur Lieferung von Drohnen für die Armee abgeschlossen worden.

 

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