Sicherheit und Militär
Experte: Irans Ersatz für S-300-Raketen nur Bluff
MOSKAU, 25. November (RIA Novosti). Iran ist zurzeit kaum in der Lage, einen massiven Luftangriff abzuwehren, deshalb blufft die Staatsführung mit Militärmanövern und angeblich reifen Waffenprojekten, so der russische Experte Wladimir Jewsejew.
Irans Luftabwehrsysteme seien veraltet, sagte Jewsejew, der am russischen Institut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen tätig ist, am Mittwoch in einem RIA-Novosti-Gespräch.
Der zur Verfügung stehende Fla-Komplex Tor-M1 mit seiner Reichweite von etwa 20 Kilometern sei selbständig kaum in der Lage, die iranischen Atomanlagen zu verteidigen. Er könne das nur in Kombination mit einem stärkeren System wie S-300. Das S-300-System würde dann den Schutz der eigentlichen Atomanlagen und der Tor-Komplex den Schutz der S-300-Stellungen übernehmen.
Iran habe aber vorerst keine S-300-Raketen. Deshalb fordere Teheran in letzter Zeit verstärkt von Russland, mit den vereinbarten Lieferungen dieser Waffen zu beginnen.
Die jüngste Erklärung, dass Iran in der Lage sei, vergleichbare Luftabwehrsysteme selbständig zu produzieren, bezeichnete Jewsejew als Desinformation. Wegen seines technologischen Rückstands werde Iran in den nächsten fünf Jahren kaum dazu fähig sein.
Das am Sonntag gestartete Manöver sei eher ein PR-Trick. Iran prüfe zwar die Option, mit einem Raketen-Gegenschlag auf einen eventuellen Angriff zu reagieren, in Wirklichkeit sei die Islamische Republik jedoch kaum fähig, einen etwa von Israel ausgehenden massiven High-Tech-Militärangriff abzuwehren, äußerte der Experte.

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