Sicherheit und Militär
Geplante Stationierung von ABM-Abfangraketen in Rumänien bedroht Russland
Thema: Stationierung von US-Abfangraketen in Rumänien
MOSKAU, 05. Februar (RIA Novosti). Die Pläne für eine Stationierung von Abfangraketen als eines Bestandteils des amerikanischen globalen Raketenabwehrsystems (ABM) in Rumänien stellen eine reale Bedrohung für Russlands Sicherheit dar.
Das betonte Oberst Igor Korotschenko, Chefredakteur der Zeitschrift "Nazionalnaja Oborona" (Nationale Verteidigung), am Freitag in einem RIA-Novosti-Gespräch.
Die neuen Raketen vom Typ SM-3 (standard missile) "können Russlands Möglichkeiten auf dem Gebiet der nuklearen Eindämmung eindeutig und in beträchtlichem Maße verringern", sagte der Experte. Angesichts der geplanten weiteren Modernisierung und Vervollkommnung dieser Raketen werden sie in der Lage sein, die ballistischen Raketen Russlands in der Anfangsphase deren Flugs zu vernichten.
"Im Falle einer Stationierung von Teilen des amerikanischen ABM-Systems wird Russland im Gegenzug erklären müssen, dass diese Objekte als Hauptziele für die Vernichtung durch die russischen Raketensysteme angesehen werden", fügte er hinzu.
Rumäniens militärpolitische Führung müsse sich dessen bewusst sein, dass Russland den Beschluss dieses Landes, ABM-Teile auf rumänischem Territorium zu stationieren, nicht ohne Gegenreaktion belassen wird.
Rumäniens Präsident Traian Basescu hatte die Bereitschaft seines Landes signalisiert, die Abfangraketen bis 2015 zu stationieren. Dabei betonte er, dass diese Raketen keine Bedrohung für Russland darstellen würden.
US-Präsident Barack Obama hatte am 17. Septemer eine Änderung der ABM-Pläne verkündet. Laut diesen verzichten die USA nicht auf eine Stationierung der bodengestützten ABM-Teile, diese Plänne aber auf 2015 verschieben. Bis dahin werden US-Kriegsschiffe mit Abfangraketen vor Europas Küsten patrouillieren.
Bisher hatten Polen und Tschechien als die Hauptkandidaten für die Stationierung der US-Abfangraketen gegolten.

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