Sicherheit und Militär
Russlands neue Militärdoktrin realitätsfremd - Nato-Generalsekretär
MOSKAU, 06. Februar (RIA Novosti). Die neue Militärdoktrin Russlands, in der die Nato-Erweiterung und die Aufstellung des Raketenabwehrsystems ABM zu den militärischen Bedrohungen für Russland gezählt werden, widerspiegelt nicht die Realität. Diese Meinung äußerte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.
„Die neue Doktrin widerspiegelt nicht die reale Welt", sagte er in einem Reuters-Interview am Rande der 46. Sicherheitskonferenz in München. „Die Nato ist kein Feind Russlands. Die Doktrin widerspricht eindeutig allen unseren Bemühungen, die Beziehungen zwischen der Allianz und Russland zu verbessern."
Präsident Dmitri Medwedew hatte am Freitag die neue Militärdoktrin Russlands gebilligt, in der unter anderem die wichtigsten militärischen Bedrohungen für Russland aufgezählt sind, darunter die Nato-Erweiterung durch neue Mitgliedsländer und die Stationierung von ABM-Systemen.
Am Donnerstag hatte Rumänien seine Bereitschaft bekundet, Abfangraketen auf seinem Territorium zu stationieren, die als ein Teil des ABM-Systems gedacht sind. Zuvor hatten Polen und Tschechien als Hauptkandidaten für die Stationierung von ABM-Teilen gegolten. Washington behauptet, dass das neue System gegen „eine mögliche Bedrohung" durch den Iran bestimmt ist.
An der Konferenz in München nehmen traditionsgemäß ranghohe Vertreter von mehreren Dutzend Ländern teil. Russland ist seit mehr als zehn Jahren dabei. An der Plenarsitzung am Sonnabend nimmt Russlands Außenminister Sergej Lawrow teil.

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