
MOSKAU, 10. Februar (RIA Novosti). Während der russische Sicherheitsrat erneut auf die Möglichkeit eines Atomkrieges hinweist, konkretisiert ein vertrauliches Papier nach RIA-Novosti-Informationen die Richtlinien für einen Nuklearschlag.
„Die Wahrscheinlichkeit eines groß angelegten Krieges nimmt in der Welt ab. Trotzdem gibt es nach wie vor Regionen, in denen Konflikte möglich sind. Diese Konflikte können wiederum einen Krieg sowohl mit konventionellen als auch mit nuklearen Waffen verursachen“, sagte Nikolai Patruschew, Chef des nationalen Sicherheitsrates, in einem Interview für die Mittwochausgabe der „Rossijskaja Gaseta“.
Entsprechend seiner jüngst besiegelten Militärdoktrin behalte sich Russland das Recht vor, einen möglichen Massenvernichtungswaffen-Angriff mit Atomwaffen zu erwidern. Ein nuklearer Gegenschlag sei auch möglich, falls eine Aggression mit konventionellen Waffen Russland als Staat gefährde, bekräftigte Patruschew.
Wie RIA Novosti unterdessen aus Sicherheitsrat-Kreisen erfuhr, ergänzt ein vertrauliches Dokument unter dem Titel „Grundlagen von Russlands Politik im Bereich der nuklearen Abschreckung“ die Richtlinien der neuen Militärdoktrin.
„Die Bedingungen für den Einsatz nuklearer Waffen durch Russland wurden damit festgelegt. Die wichtigste davon beinhaltet eine Bedrohung für die Souveränität und die territoriale Integrität des Staates“, so die RIA-Novosti-Quelle. Das Ausmaß der russischen Reaktion hänge davon ab, ob und wie effizient andere politische, diplomatische und militärische Maßnahmen seien, bevor sich Moskau für einen Atomschlag entscheide.
Fotostrecke: Russlands landgestützte Atomraketen