
BRÜSSEL, 10. Februar (RIA Novosti). Die Nato sieht die angekündigte Stationierung von US-amerikanischen Abfangraketen in Rumänien als eine bilaterale Angelegenheit beider Staaten. Das teilte der Sprecher des Bündnisses, James Apparthurai, am Mittwoch mit.
Er schloss allerdings nicht aus, dass einzelne Komponenten des US-Raketenabwehrsystems künftig in den Raketenschirm der Nato eingebunden werden könnten. Davon sei aber noch nicht die Rede. Die Nato ziehe den Aufbau eines eigenen Raketenabwehrsystems in Europa in Erwägung. Ob die USA dabei die zentrale Rolle übernehmen würden, sei noch nicht entschieden.
Rumäniens Präsident Traian Basescu hatte vorige Woche die Bereitschaft seines Landes angekündigt, Abfangraketen als Teil des umstrittenen US-Raketenschildes auf seinem Territorium aufzunehmen. Das US-Außenministerium bestätigte diese Pläne. Es handle sich um eine Schutzmaßnahme gegen eine „mögliche Bedrohung durch Iran“. Nach rumänischen Angaben sollen die Mittelstrecken-Abfangraketen schon 2015 in Stellung gehen.
Die frühere US-Administration unter Präsident George W. Bush wollte eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen stationieren. Diese ABM-Pläne lösten scharfe Reaktionen aus Moskau aus. Russland drohte als Gegenschritt Kurzstreckenraketen Iskander in der Ostseeexklave Kaliningrad aufzustellen. Der neue US-Präsident Barack Obama kündigte im vergangenen Jahr eine Revision der bisherigen ABM-Pläne an.