
MOSKAU, 18. Februar (RIA Novosti). Russlands Staatschef Dmitri Medwedew und der Präsident Abchasiens, Sergej Bagapsch, haben am Mittwoch ein Abkommen über einen vereinten russischen Militärstützpunkt in der kaukasischen Republik unterzeichnet, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.
Das Abkommen ist von großer Bedeutung nicht nur für Abchasien, sondern auch für Russland. Es bedeutet in der Tat die Umgestaltung der militärischen Infrastruktur eines großen Teils der südkaukasischen Schwarzmeerküste.
Nach offiziellen Angaben bewachen derzeit die dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB unterstellten Grenztruppen (rund 1300 Vertragssoldaten) 215 Kilometer Seegrenze, 98 Kilometer Landgrenze und 39 Kilometer Flussläufe. Einschließlich der Objekte sowie der Truppenstärke des russischen Verteidigungsministeriums in Abchasien (1700 Militärs) werden die Streitkräfte dort in größerem Umfang als in Sowjetzeiten verstärkt.
Quellen aus dem russischen Militär zufolge werden zum vereinten Stützpunkt folgende Objekte gehören: der Flugplatz Bombora, die nahe der Stadt Gudauta stationierten ehemaligen Einrichtungen der Friedenstruppen, ein Testgelände, teilweise die Bucht nahe der Hafenstadt Otschamtschira, die gemeinsamen russisch-abchasischen Garnisonen, die im Norden der Kodori-Schlucht sowie in der Nähe des Wasserkraftwerkes am Inguri-Fluss eingerichtet sind.
„Wenn man die Tatsache in Erwägung zieht, dass die russische Schwarzmeerflotte überwiegend in Sewastopol (die Ukraine) stationiert ist und der Stützpunkt der Kriegsflotte in Noworossisk erst gebaut wird, ist es ein wichtiger geopolitischer Sieg", betont Wladimir Komojedow, ehemaliger Chef der Schwarzmeerflotte und Abgeordneter der Staatsduma (Parlamentsunterhaus). Die Schwarzmeerflotte sowie die Seeeinheiten der dem FSB unterstellten Grenztruppen haben die Anlegeplätze in den Häfen von Suchumi sowie Otschamtschira zur Verfügung gestellt bekommen.
„Von nun an wird die Schwarzmeerflotte mehrere Stützpunkte haben, deswegen auch weniger verwundbar sein. Zudem wird gerade die Frage nach dem Schutz der abchasischen Seegrenze gelöst", so der Admiral.
Außenminister Sergej Lawrow hat mehrmals angekündigt, dass Russland die Schiffswege in den neutralen Schwarzmeergewässern beobachten wolle, um Abchasien vor einem georgischen Angriff zu schützen. Die Schiffe und die Motorboote der russischen FSB-Grenztruppen sowie die Schiffe der Schwarzmeerflotte seien bereit, Abchasien beim Geleitschutz der Frachtschiffe in den neutralen Gewässern zu helfen.
Paata Dawitaja, Vize-Chef des georgischen Parlaments, hält das Vorgehen der russischen Schiffe vor der abchasischen Küste für illegitim. „Die Russen richten in Otschamtschira einen Stützpunkt ein, um dort ihre U-Boote zu stationieren", sagte Dawitaja.
„Es wäre gut", meint Admiral Wladimir Komojedow. „Im Schwarzen Meer ist zurzeit nur ein Diesel-U-Boot stationiert. Neue U-Boote sind erst in fünf bis sechs Jahren zu erwarten. Wegen der Wirtschaftskrise in Russland kann unsere Führung kein Geld für deren Bau aufbringen", schlussfolgert der Admiral.