Sicherheit und Militär
Russlands Generalstab bezeichnet Raketenschild in Europa als Bedrohung
Thema: US-Raketenabwehr in Europa kann vertagt werden
MOSKAU, 24. Februar (RIA Novosti). Der russische Generalstab betrachtet den geplanten US-Raketenschild in Osteuropa als eine Bedrohung. Das teilte Generalstabschef Nikolai Makarow am Donnerstag mit.
„Für uns ist das eine Bedrohung. Dieses System ist für die Abwehr von Luftangriffen bestimmt, die sie offenbar aus Russland erwarten“, sagte der General in einem Interview für den Fernsehsender RT.
Das Abwehrsystem in Europa tauge nicht zum Schutz vor vermeintlichen Raketenbedrohungen aus Nordkorea oder Iran, sagte Makarow. Der aktuelle Stand der Raketenprogramme im Iran und in Nordkorea stelle für Europa keinerlei Gefahr dar. „Selbst wenn der Iran mit seiner Rakete ein Land ins Visier nehmen würde, wäre das weder Polen noch Tschechien.“ „Wir haben Bedenken, dass dieses System gegen Russland gerichtet ist“
Die frühere US-Administration unter Präsident George W. Bush wollte eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen stationieren. Diese ABM-Pläne lösten scharfe Reaktionen aus Moskau aus. Russland drohte als Gegenschritt Kurzstreckenraketen Iskander (s. Bild) in der Ostseeexklave Kaliningrad aufzustellen. Der neue US-Präsident, Barack Obama, legte im Herbst das umstrittene Projekt auf Eis. Doch unlängst wurde bekannt, dass der Raketenschild nun in Polen und Rumänien entstehen soll.
Operativ-taktischer Iskander-Raketenkomplex. INFOgraphiken.

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