Sicherheit und Militär
Teststart: Russisches U-Boot feuert Interkontinentalrakete ab - MEHR
MOSKAU, 04. März (RIA Novosti). Die russische Marine hat am Donnerstag eine Interkontinentalrakete vom Typ Sinewa erfolgreich getestet.
Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, wurde die Rakete um 7.50 Uhr Moskauer Zeit (5.50 Uhr MEZ) vom U-Boot Tula aus der Barentssee abgefeuert.
Bei RSM-54 Sinewa (Nato-Code SS-N-23 Skiff) handelt es sich um eine dreistufige ballistische Rakete, die seit Juli 2007 im Dienst der russischen Marine steht. Bei einer Länge von 15 Meter und einem Durchmesser von 1,9 Meter wiegt die Rakete mehr als 40 Tonnen. Mit ihr sind strategische U-Boote des Projekts 667 Delfin ausgerüstet.
Zuvor war die Sinewa-Rakete bereits zweimal getestet worden. Der jüngste Start fand im Juli 2009 statt: Die Rakete wurde vom Atom-U-Boot Brjansk vom Nordpol aus abgefeuert und ging zielgenau auf dem Schießplatz Tschischa nahe Archangelsk nieder. Beim ersten Test im Oktober 2008 war die Sinewa von der Barentssee aus gestartet worden und hatte ihr 11.547 Kilometer östlicher im Pazifik gelegene Ziel getroffen.
Die Sinewa-Raketen können von U-Booten aus einer maximalen Tiefe von 55 Metern bei einer Geschwindigkeit von bis zu sieben Knoten in beliebige Richtung abgefeuert werden. Die Treffgenauigkeit auf maximaler Reichweite liegt bei 500 Metern. Die Rakete ist verstärkt gegen elektromagnetische Störsignale geschützt und kann deshalb die Raketenabwehr durchbrechen.
Je nach Modifikation kann die Sinewa mit vier bis zehn individuell lenkbaren Gefechtsköpfen mit einer Sprengkraft von jeweils 100 Kilotonnen bestückt werden. Möglich ist die Ausstattung mit konventionellen Sprengladungen von bis zu zwei Tonnen TNT-Äquivalent für Präzisionsschläge in einem nicht atomaren Konflikt.

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