Sicherheit und Militär
Moldawien sieht sich von geplanter US-Raketenabwehr in Rumänien bedroht
Thema: Stationierung von US-Abfangraketen in Rumänien
CHISINAU, 18. März (RIA Novosti). Die (geplante) Stationierung von Elementen einer US-Raketenabwehr in Rumänien stellt eine unmittelbare Gefahr für das Nachbarland Moldawien dar.
Zu diesem Schluss gelangten die Teilnehmer einer Rundtisch-Sitzung, die am Donnerstag in der moldawischen Hauptstadt Chisinau von der russischen humanitären Stiftung "Prisnanije" (Anerkennung) organisiert wurde.
"Die USA, Rumänien und einige andere Länder des Westens betrachten die Stationierung der Raketenabwehr in Osteuropa als eine Gewähr für die politische Stabilität in der Region", sagte der Chef der Demokratischen Partei Moldawiens, Marian Lupu. Da diese Pläne in Russland Besorgnis hervorriefen, sollte ein konstruktiver Dialog aufgenommen werden. Dabei solle auch Moldawien auf die Teilnahme an dieser Diskusison Anspruch erheben, sagte Lupu.
Die Tragödie Moldawiens bestehe darin, dass das kleine Land unmittelbar von geopolitischen Problemen globalen Maßstabes tangiert werde, sagte Jewgeni Koschochin, Vizechef der Föderalen Agentur Russlands für die Angelegenheiten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). "Bei politischen Verhandlungen konnten die USA bereits in den 1950er Jahren die damalige Sowjetunion von der Notwendigkeit überzeugen, die Raketenabwehr einzuschränken, bei der die UdSSR damals einen klaren Vorsprung gegenüber den USA hatte."
Jetzt versuchten die USA, mit ähnlichen Methoden nicht nur Russland, sondern auch China zu zügeln, um die eigene Raketenabwehr dort zu stationieren, wo es Washington für nötig halte, ohne dass es eine reale Gefahr von außen gebe. "Das Ziel besteht darin, eine prinzipiell neue Ebene in der Geopolitik zu erlangen", sagte Koschochin.
Die internationalen Beziehungen in der Region könnten nach der jüngsten Präsidentenwahl in der Ukraine kardinale Änderungen erfahren, da die gegenwärtige Macht in Kiew gutes Personal habe und einen konstruktiven Dialog mit den Nachbarländern führen wolle, sagte der russische Politiker.
Der Chef der Sozialdemokratischen Partei Moldawiens, Dumitru Bragis, warf Rumänien in der Diskussion vor, die Nachbarländer über seine Raketenabwehr-Entscheidung nicht vorher informiert zu haben.

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