
MOSKAU, 19. März (RIA Novosti). Der Konstrukteur der „Bulawa"-Rakete, Juri Solomonow, hat die russische Rüstungsindustrie kritisiert, schreibt die Zeitung „Wedomosti" am Freitag.
In seinem gerade erschienenen Buch „Die nukleare Vertikale" sind die Pseudonyme des Generalkonstrukteurs des Moskauer Instituts für Wärmetechnik sowie der Generäle und Beamten in der Raketenindustrie leicht enttarnbar.
„Das System, das auf der Machtvertikale beruhte, funktionierte nicht", stellt Solomonow, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, fest. Nach der „laschen" Jelzin-Zeit waren Putins „militärpolizeiliche" Verwaltungsmethoden nach seiner Meinung unvermeidlich. Doch sie haben zur Herrschaft von „trüben" Beamten geführt und den Zerfall der Industrie nicht aufhalten können.
Das Institut für Wärmetechnik hat unter der Leitung von Solomonow die ballistischen Interkontinentalraketen Topol, Topol-M und Bulawa entwickelt. Wegen den missglückten Tests der Bulawa-Rakete musste Solomonow seinen Posten des Generaldirektors im Sommer 2009 räumen. Doch den Posten des Generalkonstrukteurs hat er behalten.
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Dass ein Chefkonstrukteur eines Rüstungsunternehmens in seinen Memoiren die jetzige politische Führung angreift, sei in Russland bisher einzigartig. Das sagt Ruslan Puchow, Mitglied des Gesellschaftsrats beim Verteidigungsministerium.
Ein Beamter des Verteidigungsministeriums sagte, dass das Buch als künstlerische Idee betrachtet werden sollte. Es mute wie ein Versuch an, sich selbst wegen der Probleme mit der Bulawa zu rechtfertigen. Die Beamten, die der Verfasser kritisiert, hätten in den außerordentlich komplizierten Bedingungen der 1990er Jahre dafür gekämpft, dass das Institut für Wärmetechnik Milliarden Rubel aus dem Haushalt bekommt.
Ein Kommentar von Solomonow hat „Wedomosti" nicht bekommen können.