
MOSKAU, 02. Juli (RIA Novosti). Im Interesse der Gewährleistung seiner Luftsicherheit wird Teheran eigene Raketen großer Reichweite herstellen. Das teilte Irans Verteidigungsminister Ahmad Wahidi am Donnerstag in einem Interview für die iranische Nachrichtenagentur Mehr mit.
„Derzeit befindet sich der Iran auf dem Weg zur Entwicklung von Raketen großer Reichweite, die für die Gewährleistung der Luftsicherheit genutzt werden“, wird der Minister vom englischsprachigen iranischen Fernsehsender Press TV zitiert.
Nach Angaben des Fernsehsenders wurde dieser Entschluss nach dem Einfrieren von Lieferungen der russischen Fla-Raketenkomplexe S-300 gefasst. Diese Waffen dürfen laut den am 9. Juni beschlossenen neuen Sanktionen des UN-Sicherheitsrates nicht geliefert werden.
Der Vertrag über die Lieferung der S-300-Komplexe war im Dezember 2005 unterzeichnet worden. Der Beginn seiner Umsetzung wurde allerdings niemals bekannt gegeben. Im Dezember 2008 teilte die iranische Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf Ismail Kousari, Vizechef der Parlamentskommission für Außenpolitik und Sicherheit, mit, Russland habe die ersten Zulieferteile zum S-300-System nach Iran entsandt. Russlands Behörde für die militärtechnische Zusammenarbeit dementierte später diese Nachricht.
Die Berichte über mögliche S-300-Lieferugnen an den Iran lösten im Westen und in Israel große Besorgnis aus.