Panorama
"Nowyje Iswestija": "Anleitung für Straßenterror" im Internet
In den Rechtsschutzorganen der Stadt wird darauf verwiesen, dass das jüngste Verbrechen der Petersburger Neonazis - ein bewaffneter Überfall auf eine neunjährige Mulattin - genau nach dieser Anleitung begangen wurde.
Wie das Opfer richtig aufgespürt und angegriffen werden soll - diesen Themen sind im faschistischen Markblatt ganze Kapitel gewidmet. Unterrichtet werden auch Möglichkeiten für die Tarnung. Potentielle Opfer werden von den Verfassern nicht anders als "Tiere", "Affen" oder "Missgeburten" bezeichnet.
Ein Mitarbeiter der Rechtsschutzorgane von Sankt Petersburg, der nicht genannt werden wollte, teilte der Zeitung mit, die Webseite sei ihm längst bekannt. "Offenbar haben die Nazis diese ebenfalls genug gelesen", meinte er. "Jedenfalls hat sich ihr Verhalten in letzter Zeit verändert. Sie werden professioneller und gehen genau nach der ,Anleitung' vor."
Das jetzige Geschehen in der Stadt "erinnert an einen Partisanenkrieg und wirkt nicht bloß als Ausfälle einzelner Rowdys, wie man das hinzustellen versucht".
Die Behörden der Stadt haben indessen keine Ahnung von der Anweisung für die Nazis. "Ich höre zum ersten Mal davon und bin nicht bereit, zu diesem Thema zu sprechen", sagt Natalja Kutabajewa, persönliche Pressesekretärin der Sankt Petersburger Gouverneurin. "Schade, dass dieses Thema im Internet auf diese Weise angeheizt wird, ich selbst besuche aber keine faschistischen Webseiten. Die Rechtsschutzorgane und nicht die Stadtbehörden sollten nach den Verfassern solcher Anleitungen suchen. Wahrscheinlich werden gewisse Maßnahmen auch ergriffen, ich weiß aber nichts davon."

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