Panorama
Flugzeugentführung in der Türkei - Tätern drohen zehn Jahre Gefängnis
Der 40-jährigen Mehmet Goksingol, der das Passagierflugzeug Boeing 737-800 der Airline Pegasus auf der Route Diyarbakir - Istanbul am Dienstag zu entführen versuchte, soll nach Abschluss der Ermittlungen angeklagt werden, teilt die türkische Presse am Mittwoch mit.
An Bord des gekaperten Flugzeuges waren 178 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Nach der erzwungenen Landung auf dem Flughafen Esenboga in Ankara ist der Entführer festgenommen worden.
Offiziell ist nichts über die Motive der versuchten Entführung verlautbart worden. Es ist nur bekannt, dass der Täter gedroht hat, die Maschine mit einem selbstgebauten Zündsatz in die Luft zu sprengen. Bei der Leibesvisitation des Luftpiraten und der Durchsuchung des Flugzeugs ist jedoch keine Bombe gefunden worden, berichteten die türkischen Medien unter Berufung auf Polizeiquellen.
Nach Angaben der Rechtsschutzorgane, die von der Zeitung „Radikal“ am Mittwoch veröffentlicht wurden, ist Goksingol bereits mehr als 10 Mal wegen verschiedener Rechtsverstöße festgenommen worden. Ihm ist unter anderem ein bewaffneter Überfall auf ein Café, Drogenhandel und -missbrauch sowie Unterstützung für die illegale separatistische Arbeiterpartei Kurdistans zur Last gelegt worden. Außerdem hatte er sich im Oktober vergangenen Jahres an einen Gottesdienst der Ultranationalisten in der Heiligen Sophie-Moschee in Istanbul beteiligt, der aus Protest gegen den Besuch des Papsts in der Türkei veranstaltet worden war.

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