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Russische Justiz fordert erneut Auslieferung von Ex-Oligarch Beresowski

14:10 16/04/2007

Die russische Generalstaatsanwaltschaft will am Montag Großbritannien erneut offiziell auffordern, dem flüchtigen russischen Unternehmer Boris Beresowski den Asylstatus zu entziehen.

MOSKAU, 16. April (RIA Novosti). Die russische Generalstaatsanwaltschaft will am Montag Großbritannien erneut offiziell auffordern, dem flüchtigen russischen Unternehmer Boris Beresowski den Asylstatus zu entziehen.

Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Gegen Beresowski wurde in Russland ein neues Ermittlungsverfahren eingeleitet, diesmal wegen Planung eines Machtsturzes. Mit den Ermittlungen ist der Inlandsgeheimdienst FSB beauftragt. Wird seine Schuld bewiesen, droht Beresowski eine Haftstrafe von zwölf bis 20 Jahren.

Parallel will die russische Justiz auf Grundlage des Europäischen Auslieferungsabkommens von 1957 eine Überstellung Beresowskis sowie dessen Vernehmung in Großbritannien fordern.

Beresowski, der seit Herbst 2003 als Asylant in Großbritannien ansässig ist, hatte kürzlich in einem Interview für die britische Zeitung „The Guardian“ gestanden, dass er seine Anhänger in Russland finanziere, die einen Machtsturz planen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete diese Äußerungen als einen „ausreichenden Grund“, um Beresowskis Status als politischer Asylant zu revidieren. In Russland wird Beresowski neben Putschversuch auch Betrug, Diebstahl von 50 Millionen US-Dollar und Geldwäsche vorgeworfen.

Auf einer Pressekonferenz in Moskau verwies Lawrow darauf, dass Beresowski seinen Asylstatus mißbrauche und Handlungen unternehme, die auch nach britischem Recht ein genügender Grund für seine Auslieferung sind.

Das britische Außenministerium reagierte mit Besorgnis auf Beresowskis Äußerungen. „Wir rechnen damit, dass diejenigen, die im Vereinten Königreich leben, arbeiten oder auf Besuch sind, unabhängig von ihrem Status unsere Gesetze und Regeln einhalten werden", heißt es in einer Erklärung des Ministeriums. „Wir werden alle künftigen Äußerungen von Herrn Beresowski aufmerksam verfolgen.“

Zuvor hatte Beresowski bereits für einen Machsturz in Russland plädiert. Im Januar 2006 hatte er in einem Interview mit der Agentur AFP und dem russischen Radiosender Echo Moskwy gesagt: „Heutzutage sind sämtliche gewaltsamen Handlungen der Opposition in Russland gerechtfertigt. Das trifft auch auf die gewaltsame Machtergreifung zu. Daran arbeite ich gerade.“

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