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Estlands Verteidigungsminister will Vertrag über Schutz von Kriegsgräbern mit Russland

13:42 23/04/2007
TALLINN, 23. April (RIA Novosti). Vor dem Hintergrund des Streits um das sowjetische Kriegsdenkmal in Tallinn plädiert der estnische Verteidigungsminister Jaak Aaviksoo für einen Vertrag mit Russland über den Schutz von Kriegsgrabstätten.

"Wir hoffen auf eine Weiterentwicklung unseres Dialogs und der politischen Konsultationen im Rahmen des Russland-NATO-Rates. Es gibt viele Bereiche, in denen die NATO und Russland zusammenarbeiten könnten. Außerdem sei es an der Zeit, einen Vertrag mit Russland über den Schutz von Kriegsgrabstätten abzuschließen, sagte Aaviksoo in einem Gespräch mit der estnischen Zeitung Postimees.

Er betonte, Estland strebe nach guter Nachbarschaft und gegenseitig vorteilhaften Beziehungen mit Russland.

Zuvor hatten estnische Behörden eine Exhumierung und Identifizierung der sterblichen Reste der sowjetischen Soldaten am Monument „Bronzesoldat“ am Hügel Tonismägi in Tallinn angekündigt.

Auf Anordnung von Verteidigungsminister Aaviksoo sollen die Ausgrabungen an der Ruhestätte bereits Ende April beginnen. In einem Brief an das Bürgermeisteramt von Tallinn verweist der Minister darauf, dass die Ausgrabungen entsprechend dem Gesetz über „Soldatengräber“ aufgenommen werden.

Laut Gesetz muss der Eigentümer des Grundstücks, auf dem sich die Gräber befinden, spätestens eine Woche vor Beginn der Arbeiten darüber in Kenntnis gesetzt werden. Demnach können die Arbeiten schon am 25. April aufgenommen werden.

Das estnische Parlament hatte im Januar das Gesetz über „den Schutz der Soldatengräber“ angenommen, das eine Umbettung von sterblichen Überresten der sowjetischen Soldaten ermöglicht.

Am Denkmal für den “Befreiungskämpfer” auf dem Hügel Tonismägi wurden im Jahr 1947 insgesamt 13 sowjetische Soldaten beigesetzt, die im Herbst 1944 bei der Befreiung Estlands von der deutschen Wehrmacht gefallen waren. In Estland gibt es insgesamt rund 450 Kriegsgrabstätten aus dem Zweiten Krieg, in denen 50 000 sowjetische Soldaten bestattet sind.

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