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Estland: Hacker legen Internetseite von Zeitung Postimees lahm

Thema: Konflikt um sowjetisches Soldatendenkmal in Estland

18:23 02/05/2007
TALLINN, 02. Mai (RIA Novosti). In der Nacht zum Mittwoch ist die Online-Ausgabe der führenden estnischen Zeitung Postimees von einer Spam-Flut überrollt worden.

Wie das Blatt berichtete, enthielten die Mails Angriffe auf Premierminister Andrus Ansip und forderten seinen Rücktritt.

Die estnische und die russischsprachige Version wurden mit Tausenden von Kommentaren aus aller Welt überschwemmt, die auf Russisch verfasst worden sind. Die Techniker konnten die Rubrik jedoch zeitweilig für den Zugang sperren und unzulässige Stellungnahmen löschen. Die Redaktion musste sich allerdings bei den Usern auch dafür entschuldigen, dass durchaus korrekte Zuschriften der „Zensurschere“ zum Opfer fielen.

Postimees teilte mit, dass die Rubrik Lesermeinungen seit den Morgenstunden wieder zugänglich ist.

Hackerattacken auf Internetseiten estnischer Regierungsstellen und anderer Webseiten des Landes hatten nach dem Beschluss eingesetzt, die am sowjetischen Kriegsdenkmal begrabenen Soldaten umzubetten.

Russland hatte Estland mehrmals aufgefordert, das Denkmal nicht anzurühren. Dennoch wurde es in der Nacht zum 27. April auf Regierungsgeheiß abgerissen. Die Verteidiger des Bronzesoldaten sind von der Polizei mit Tränengas und Leuchtraketen auseinander getrieben worden. Hunderte wurden in Gewahrsam genommen. Bei den Ausschreitungen ist ein russischer Staatsangehöriger ums Leben gekommen.

In den vergangenen Tagen sind die Internetseiten des estnischen Präsidenten, des Außenministeriums, des Parlaments und anderer Ämter zeitweilig blockiert worden. Auch die Internetpräsenz der Regierung war nur begrenzt zugänglich.

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