
ULJANOWSK, 20. August (RIA Novosti). Das Stadtgericht von Dimitrowgrad (Gebiet Uljanowsk an der Wolga) hat dem Gesuch des wegen Mordes an einer Tschetschenin verurteilten Ex-Oberst Juri Budanow um vorzeitige Haftaussetzung nicht stattgegeben.
Der vorsitzführende Richter Alexander Schkabrow hat der RIA Novosti gegenüber ausgeführt, dass das Gericht auf der Grundlage der Beurteilung der Lagerleitung keine Besserung feststellen konnte. „Die Charakteristik, die die Lagerleitung ausgestellt hat, enthält Formulierungen wie emotional instabile Persönlichkeit und labiler Charakter“, fasste er zusammen.
Budanow, der der Verhandlung beigewohnt hat, hat seinen Antrag auf bedingte Haftaussetzung unter anderem mit den Krankheiten seiner Eltern begründet, was nicht als hinreichender Grund befunden wurde.
Über Hafterleichterung ist laut Richter nicht entschieden worden, weil das Angelegenheit des Justizvollzugs sei.
Sollte Budanow den Gerichtsspruch nicht anfechten, darf er den nächsten Antrag erst wieder in sechs Monaten stellen. Insgesamt muss er noch eine Reststrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verbüßen.
Der Richter erläuterte, dass von einer Haftaussetzung im Prinzip häufiger als in sowjetischen Zeiten Gebrauch gemacht wird, insbesondere im Fall einer Lagerhaft. Schon 2004 ist Budanow allerdings bereits mit einem derartigen Antrag zweimal gescheitert. Zunächst musste er seinen Antrag vor der zuständigen Prüfungskommission zurückziehen, weil die Frage seiner Staatsangehörigkeit Unklarheiten aufwies. Im zweiten Anlauf fand er vor der Kommission Gehör, doch machte der Staatsanwaltschaft Verfahrensfehler geltend, woraufhin Budanow seinen Antrag abermals zurücknahm.
Nach Verbüßung von Zweidrittel seiner Freiheitsstrafe beantragte der Ex-Oberst Anfang des Jahres erneut seine Freilassung, doch scheiterte er diesmal vor Gericht.
Budanow ist vom Militärgericht des Nordkaukasischen Militärbezirks am 25. Juli 2003 wegen Entführung und Ermordung von Elsa Kungajewa zu einer 10jährigen Freiheitsstrafe unter verschärften Haftbedingungen verurteilt worden. Der militärische Dienstgrad und die staatlichen Auszeichnungen sind ihm aberkannt worden.