Panorama
Afghanistan: Frauen ziehen mit Friedensgebeten auf die Straße
"Nationales Friedensgebet der Frauen" - unter diesem Motto verliefen die Märsche in den Hochburgen des konservativen und wahhabitischen Islam. Schauplatz waren die Verwaltungszentren der Provinzen Kandahar und Helmand.
Zum vereinbarten Zeitpunkt brachen Tausende in die traditionellen Gebetsrufe aus, Allah um die Gnade des Friedens für ihre Kinder anflehend, die unter dem fast schon 30-jährigen Bürgerkrieg leiden.
Die ungewöhnliche Massenaktion hat in der patriarchalischen Gesellschaft regelrecht einen Schock ausgelöst. Die Frauen gehören schließlich nach alter Sitte an den Herd. Ein Menschenleben ist fast nichts wert.
"Ja, das ist ungewöhnlich", bekannte Rangina Hamid, eine der Organisatorinnen vor Journalisten. "Doch wir wollten der ganzen Welt Einmütigkeit demonstrieren. So etwas gab es in der Geschichte unseres Landes noch nicht. Nun wurde es aber zu einer Tatsache. Die Frauen aus sechs afghanischen Provinzen haben den Ruf der Mütter nach Frieden herausgeschrien, der symbolisiert, dass wir der Morde und des Todes müde sind."

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