
MOSKAU, 08. April (RIA Novosti). Die schockierenden Fakten, die die ehemalige Chefanklägerin im UN-Tribunal für die Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien (ICTY), Carla del Ponte, in ihren Memoiren anführt, passen dem russichen Außenamt zufolge nicht in das von einigen Staaten konzipierte Szenario, wonach die Kosovo-Albanern als Märtyrer hingestellt werden, um die "Unabhängigkeit" der serbischen Provinz zu legitimieren.
Das wird in einer am Dienstagabend auf der Webseite des russischen Außenministeriums erschienenen Stellungnahme festgestellt.
In ihrem Buch beschreibt Carla del Ponte unter anderem "bestialische Verbrechen gegen die zivile serbische Bevölkerung im Kosovo, welche die UCK-Extremisten unter der Losung des ‚Unabhängigkeitskampfes' begangen haben".
Die Präsentation des Buchs in Mailand, das jetzt in italienischer Sprache erscheint, war vom Schweizer Außenamt verhindert worden.
Die Einschränkung der "Redefreiheit" zum Thema der Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung "verfolgt offenbar das Ziel, die Reaktion der internationalen politischen und gesellschaftlichen Kreise auf die Fakten abzuschwächen, die die kriminelle Vorgeschichte der rechtswidrigen Souveränisierung des Kosovo aufdecken", heißt es im Kommentar des russischen Außenministeriums.
Mittlerweile richtete Russland eine offizielle Anfrage an das UN-Tribunal, inwieweit dieses über Informationen zu den im Buch erwähnten Verbrechen gegen die Kosovo-Serben verfüge und welche Schritte zur Ermittlung dieser Verbrechen eingeleitet worden seien.