RIA Novosti

Mutmaßliche Gebeine von russischen Zarenkindern zur Identifizierung in Österreich

18:48 05/05/2008

JEKATERINBURG, 05. Mai (RIA Novosti). Nach einer positiven Identifizierung in den USA sollen die mutmaßlichen Gebeine zweier Kinder des letzten russischen Zaren Nikolaus II. nun in Österreich einer Expertise unterzogen werden.

Zwei russische Gerichtsmediziner fliegen am heutigen Montag nach Österreich ab, um der Identifizierung der Überreste als Beobachter beizuwohnen, teilte Nikolai Newolin, Chef des Büros für Gerichtsmedizin des russischen Ural-Gebietes Swerdlowsk, mit. Die Gebeine sollen unter Leitung des Gen-Experten Walter Parson untersucht werden, der die Identifizierung des Schädels von Wolfgang Mozart durchgeführt hatte.

Die Gebeine waren am 29. Juli 2007 bei Ausgrabungen nahe der Ural-Stadt Jekaterinburg entdeckt worden. Vorige Woche teilte Gebietsgouverneur Eduard Rossel mit, dass eine Analyse in den USA bestätigt habe, dass die Überreste von Zarensohn Alexej II. und der Großfürstin Maria Nikolajewna - Kinder des letzten russischen Zaren, Nikolaus II. - stammen. Dennoch führen russische und ausländische Wissenschaftler weitere Analysen.

Die Zarenfamilie Romanow wurde von den Bolschewiki in der Nacht zum 17. Juli 1918 in Jekaterinburg (Ural) erschossen. Erste Meldungen über Leichenfunde, die Merkmale eines gewaltsamen Todes aufwiesen, tauchten 1991 auf. Nach drei Gen-Untersuchungen (1993 in Großbritannien, 1995 in den USA und 1997 in Russland) kam eine zuständige Kommission zu dem Schluss, dass es sich bei den gefundenen Gebeinen tatsächlich um die Überreste der neun Mitglieder der Zarenfamilie handelt. Die Gebeine wurden in der Peter-und-Pauls-Kathedrale in Sankt Petersburg beigesetzt.

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