RIA Novosti

Neue Akten geben keinen Hinweis auf russische Spur im Mordfall Litwinenko

14:31 29/07/2008

MOSKAU, 29. Juli (RIA Novosti). Auch nach der Sichtung neuer Ermittlungsmaterialien, die von Deutschland übergeben wurden, gibt es laut der russischen Generalstaatsanwaltschaft keinen Hinweis auf eine "russische Spur" im Mordfall Alexander Litwinenko.

"Wir haben von unseren deutschen Kollegen einige Ermittlungsmaterialien zu diesem Fall bekommen", sagte Generalstaatsanwalt Juri Tschaika am Dienstag. Die Vermutung, dass die Spur nach Russland führt, werde von diesen Materialien weder bestätigt noch widerlegt. "Unsere Position hat sich nicht geändert. Wir haben uns viel Arbeit gemacht, sehen aber keine russische Spur."

Der ehemalige Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Litwinenko, war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. In seinem Körper wurden laut britischen Angaben Spuren der radioaktiven Substanz Polonium 210 festgestellt. Ein offizielles Gutachten über Litwinenkos Todesursache wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht.

Nach monatelangen Ermittlungen machte die britische Justizbehörde den russischen Unternehmer Andrej Lugowoi für den Mord verantwortlich und forderte im vergangenen Jahr seine Auslieferung. Moskau lehnte dies ab, weil das Grundgesetz die Auslieferung von russischen Staatsbürgern ins Ausland verbietet. Lugowoi selbst beteuert seine Unschuld und weist die Vorwürfe als "politisch motiviert" zurück.

Der Streit hat die Beziehungen zwischen Moskau und London schwer belastet. Großbritannien wies vier russische Diplomaten aus und legte die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen mit Russland auf Eis. Auch Russland erklärte vier britische Diplomaten zu Persona non grata.

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