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Experte erwartet weitere Zunahme der Piraterie

16:29 25/11/2008
MOSKAU, 25. November (RIA Novosti). Die Piratenbanden, die im Golf von Aden operieren, können in der nächsten Zeit durch Kriminelle aus verschiedenen Staaten verstärkt werden.

Das sagte Michail Wojtenko, Chefredakteur der Zeitschrift "Morskoj Bulletin-Sowfracht", die auf Probleme der Schiffahrt spezialisiert ist.

Nach UN-Angaben haben Piraten vor Somalias Küste allein in diesem Jahr 120 Schiffe überfallen und 35 davon gekapert sowie mehr als 600 Geiseln genommen.

"Ich bin überzeugt, dass viele Verbrechergruppen weltweit die Piraten bereits ins Auge fassen und daran denken, sich diesen anzuschließen", sagte Wojtenko am Montag auf einer Pressekonferenz in Moskau. Er sähe zwei Möglichkeiten, gegen die Piraterie zu kämpfen. Die Erste besteht darin, dass die Frachtschiffe in der gefährlichen Region entweder von Kampfschiffen begleitet oder selber bewaffnet werden müssten, sagte der Experte.

Die zweite Möglichkeit wäre es, die Staatsordnung in Somalia zu ändern. Dazu könnte man dort zum Beispiel Islamisten an die Macht bringen, die das Problem der Piraterie seinerzeit erfolgreich gelöst hatten, oder das Land mit fremden Truppen okkupieren.

Die Vorschläge, die Transsibirische Eisenbahn in Russland oder die Nordostpassage als alternative Routen für den Güterverkehr zwischen Europa und Asien zu benutzen, hält Wojtenko für unrealistisch. Durch die Transsibirische Eisenbahn könnten höchstens 15 Prozent der Güter befördert werden, die derzeit durch den Golf von Aden transportiert werden, sagte er. Um den Güterverkehr über die Nordostpassage zu organisieren, wären Jahre notwendig.

In diesem Jahr hat die Piraterie vor der ostafrikanischen Küste enorm zugenommen. Am spektakulärsten waren die Entführungen des ukrainischen Frachters Faina mit Panzern und weiteren Waffen an Bord sowie des saudi-arabischen Supertankers Sirius Star, der Öl im Wert von 100 Millionen Dollar geladen hat.

Die Regierung in Somalia, die wegen dem seit 15 Jahren andauernden Bürgerkrieg nicht in der Lage ist, den Piraten das Handwerk zu legen, stimmte dem internationalen Waffengang gegen sie zu. Vor zwei Wochen hatte die Europäische Union beschlossen, den Kampf gegen die Piraten vor Somalia mit acht bis zehn Kriegsschiffen zu unterstützen. Die EU-Mission "Atalanta" soll in Koordinierung mit der Nato durchgeführt werden.

Seit Oktober befindet sich zudem das russische Küstenschutzschiff Neustraschimy im Golf von Aden und hat bereits mehrere ausländische Frachtschiffe vor Piraten gerettet.

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