Panorama
Antarktische Kälte in Argentinien fordert bereits 40 Menschenleben
Dies berichtet das argentinische Internet-Portal Infobae am Montag.
In Argentinien herrscht zurzeit Winter. Die Durchschnittstemperaturen in dieser Jahreszeit liegen gewöhnlich bei plus zehn Grad Celsius (von plus 20 im Norden bis zu plus 1 im Süden).
In der vergangenen Woche ist laut einheimischen Medienberichten "eine Welle von Polarkälte" aus der Antarktis in das Land vorgedrungen und hat in manchen Gebieten der Zentralregion "einen sensationellen Temperaturrückgang auf Minus 16 Grad" sowie ergiebige Schneefälle ausgelöst.
So wurden in der Provinz Buenos Aires erstmals seit 50 Jahren 20 bis 40 Zentimeter hohe Schneedecken gemessen.
Wie der Sprecher der Freiwilligenorganisation "Red Solidaria", Juan Carr, mitteilte sagte, sind die meisten der 40 Opfer an Unterkühlung oder durch einen falschen Umgang mit Heizgeräten (Brände oder Rauchvergiftungen) ums Leben gekommen.
Laut Carr rufen diese Zahlen (durchschnittlich drei Tote pro Tag) bereits große Besorgnis bei seiner Organisation und bei den Behörden hervor. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Opferzahlen in diesem Winter die Zahlen der letzten Jahre - durchschnittlich 90 Tote im Jahr - überschreiten werden.
Laut jüngsten Wetterberichten soll das kalte Wetter im Land auch in dieser Woche andauern.
Um die Todesfälle durch die Winterkälte in Buenos Aires zu senken, haben die Freiwilligen bereits damit begonnen, warme Kleidung und Schlafdecken an die Hilfebedürftigen zu verteilen.
Zuletzt hatte es in Buenos Aires am 9. Juli 2007, dem Tag der Unabhängigkeit, Schneefall gegeben. Damals hatten die meisten Einwohner der argentinischen Hauptstadt, die in den Subtropen liegt (durchschnittliche Jahrestemperatur bei plus 15 Grad), zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee gesehen. Davor hatte es am 27. Juli 1928 Schnee in Buenos Aires gegeben.
Zum Vergleich: In der russischen Teilrepublik Jakutien (Nordosten der Russischen Föderation) werden im Winter Lufttemperaturen von durchschnittlich minus 40 Grad gemessen. Der Ort Oymyakon bleibt weiterhin einer der kältesten in Jakutien, wo das Thermometer mitunter bis auf minus 50 Grad fällt. Ein weiterer Kältepol der Republik ist Werchojansk. Im Jahre 1885 wurde dort ein Rekord von minus 67,8 Grad gemessen.

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