
MOSKAU, 11. August (RIA Novosti). Die meisten Bürger in Russland (65 Prozent) würden eine Anti-Alkohol-Kampagne unterstützen.
Dies hat eine am heutigen Dienstag veröffentlichte Umfrage von Ende Juli ergeben. Bei einem Treffen am 30. Juni mit Gesundheits- und Sozialministerin Tatjana Golikowa sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew, dass Russland ein Programm zur Bekämpfung des Alkoholismus und anderer gesundheitsschädlicher Gewohnheiten annehmen muss.
Laut Umfrage würden mehr als 34 Prozent der Russen eine Anti-Alkohol-Kampagne in Russland "hundertprozentig unterstützen" und weitere 31 Prozent "möglicherweise unterstützen". "Eher nicht unterstützen" würden sie 17 Prozent, acht Prozent würden sie "hundertprozentig nicht unterstützen". Weitere zehn Prozent konnten sich für keine Antwort entscheiden.
Die Meinungsforscher stellten fest, dass mehr Frauen (72 Prozent) als Männer (57 Prozent) für eine Anti-Alkohol-Kampagne plädieren. Nur 40 Prozent der Befragten haben von der Initiative des russischen Präsidenten "etwas gehört".
Unter den Maßnahmen gegen die Trunksucht nannten die Befragten meistens das Verkaufsverbot an Jugendliche unter 21 Jahren (63 Prozent). 57 Prozent der Russen sind der Meinung, dass das Verbot jeder Werbung für Alkoholgetränke, einschließlich mit einem niedrigen Alkoholgehalt, helfen würde. Weitere 47 Prozent halten PR-Aktionen für eine gesunde Lebensweise für effizient.
34 Prozent schlagen vor, das öffentliche Trinken von alkoholhaltigen Getränken bzw. das öffentliche Erscheinen im betrunkenen Zustand zu bestrafen.
Weitere 31 Prozent der Russen haben für Verkaufsverbot von Spirituosen am Vormittag gestimmt. 29 Prozent wollen Alkoholsüchtige zwangsweise medizinisch behandeln lassen, 25 Prozent sind für eine "Entwicklung moderner Behandlungsmethoden, einschließlich unkonventioneller, für Alkoholabhängige".
19 Prozent hätten nichts dagegen, die Preise für Alkoholgetränke zu heben. 15 Prozent schlagen vor, Abstinenzlervereine bzw. anonyme Alkoholikergruppen zu gründen.
Zehn Prozent sind für radikalere Maßnahmen: Sie würden die Produktion und den Verkauf von Spirituosen generell verbieten, das heißt ein Anti-Alkohol-Gesetz einführen.
Drei Prozent der Befragten wollen dagegen keine Einmischung des Staates in dieses Problem. Vier Prozent haben andere Maßnahmen vorgeschlagen, zwei Prozent konnten sich für keine Antwort entscheiden.
Die Umfrage wurde am 28. und 29. Juli vom Russischen Meinungsforschungszentrum (WZIOM) in 140 Orten von 42 russischen Gebieten, Regionen und Republiken unter 1600 Menschen durchgeführt. Der statistische Fehler beträgt höchstens 3,4 Prozent.