
MADRAD, 11. September (RIA Novosti). Am Freitag hat es erneut verwirrende Berichte über den Aufenthalt des nach russischen Angaben von Piraten gekaperten und wieder befreiten Frachters „Arctic Sea“ gegeben.
Ein Schleppschiff bugsiere den Frachter weg vom kanarischen Las Palmas, sagte ein Sprecher der spanischen Handelsflotte am Freitag zu RIA Novosti. Warum das Schleppschiff zum Einsatz komme, sei nicht klar: Der Kapitän des Frachters habe keine Pannen gemeldet.
Am Donnerstag hatte der Untersuchungsausschuss bei der russischen Staatsanwaltschaft mitgeteilt, die unter maltesischer Flagge fahrende „Arctic Sea“ werde demnächst an die zuständigen Behörden von Malta übergeben. Das erfolge voraussichtlich in Las Palmas. Die russischen Ermittler bräuchten allerdings noch einige Tage, um ihre Untersuchungen an Bord abzuschließen.
All dies geschieht vor dem Hintergrund westlicher Medienspekulationen, die „Arctic Sea“ habe heimlich russische S-300-Raketen in den Nahen Osten transportiert. Israelische Geheimdienste hätten diesen Transport vereitelt.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow wies diese Version zurück. Laut dem russischen Verteidigungsministerium hatte der Frachter Holz geladen und war Ende Juli vor der schwedischen Küste von Piraten gekapert worden. Am 17. August meldete die russische Marine die Befreiung des Frachters 300 Meilen vor den Kapverden. Die vorwiegend aus Estland stammenden mutmaßlichen Entführer landeten in U-Haft in Moskau.